Rezept: Sojamilch

Braucht die Welt wirklich noch ein weiteres Rezept für Sojamilch? – Das Internet ist zwar wirklich voll davon, aber wer länger als fünf Minuten sucht wird erschlagen mit Informationen die sich alle widersprechen. Gleiches gilt auch für die Herstellung von Tofu.

Ich möchte hier einen Weg der Herstellung beschreiben wie er für mich funktioniert und ich kann euch garantieren: Wenn ihr euch daran haltet kann nichts schief gehen, egal wie viele andere Varianten es gibt, diese hier funktioniert gut. Außerdem will ich gleichzeitig so viele Informationen wie möglich bündeln die man sonst nur in unterschiedlichen Rezepten verteilt findet.

Zutaten:

  • 100g Sojabohnen
  • 1 Liter Wasser
  • etwas Süßes (Ahornsirup, Datteln, etc.)

Zubereitung:

Die Sojabohnen in reichlich kaltem Wasser ca. 24 Stunden einweichen, Wasser gelegentlich wechseln. Ich empfehle bereits fertig geschälte Bohnen zu verwenden, da die Schale den Geschmack negativ beeinflusst. Man kann die Bohnen nah dem einweichen zwar selbst schälen, aber das ist eine menge Arbeit.

Bohnen gut abspülen und im Mixer zusammen mit dem Süßen und ca. 250ml Wasser fein pürieren. In einem großen Topf 500ml Wasser zum kochen bringen, Hitze reduzieren und alles aus dem Mixer langsam einrühren. Vorsichtig erhitzen und dabei ständig umrühren. Der Topf sollte deutlich mehr fassen als die eingefüllte Menge. Die Mischung schäumt bei Hitze extrem stark auf.

Nach dem erhitzen vom Herd nehmen und durch ein dünnes Tuch abgießen. Alles was durch das Tuch tropft ist Sojamilch, das Zeug im Tuch nennt man Okara. Weitere 250ml Wasser über das Okara gießen und das Tuch ordentlich ausdrücken. Wer haltbare Milch will, diese heiß in Gläser füllen und auf dem Kopf stehens auf einem feuchten Tuch abkühlen lassen. Ansonsten die Sojamilch in wenigen Tagen aufbrauchen.

Tipps:

  • 100g Sojabohnen ergeben einen Liter Sojamilch. Aber die Milch ist dann sehr ergiebig, im Zweifelsfall kann man die fertige Milch auch mit Wasser auf bis zu zwei Liter strecken.
  • Das Süße kann man auch weg lassen, aber es gibt einen angenehmeren Geschmack, das Aroma selbst schmeckt man später nicht wirklich raus. Ich nehme einen TL Ahornsirup oder drei Datteln für 100g Bohnen. Wenn aus der Milch Tofu gemacht werden soll, dann das süße weg lassen und die Milch auch nicht weiter strecken.
  • Das Okara ist kein Abfall, sondern kann gut für Bratlinge weiter verwendet werden; einfrieren ist auch kein Problem.
  • Es gibt auch spezielle Sojabereiter, diese sind aber sehr teuer und lohnen sich imo nicht, außer man bereitet wirklich sehr große Mengen zu.
  • Sojamilch darf in Deutschland nicht als solche verkauft werden, dies legt die EWG Verordnung Nr. 1898/87 fest. Sinngemäß heißt es da, dass nur Milch ist was aus dem Euter eines Tieres kommt. Aber ich will euch nichts verkaufen, also heißt die Sojamilch bei mir Sojamilch, wenn ihr welche im Handel kaufen wollt haltet nach der bezeichnung „Drink“ ausschau.
  • Die frische Sojamilch kann in einer ungeöffneten Flasche (kalt abgefüllt) relativ lange im Kühlschrank aufbewahrt werden, aber sobald die Flasche geöffnet wird verdirbt die Sojamilch über Nacht.

Zubereitung (Kurzform):

  1. Sojabohnen in kaltem Wasser 24h einweichen.
  2. Sojabohnen mit dem Süßen und 250ml Wasser mixen.
  3. 500ml Wasser in großem Topf aufkochen, Hitze reduzieren.
  4. Aus dem Mixer alles vorsichtig ins Wasser einrühren und unter rühren erhitzen.
  5. Durch ein Sieb aussieben, ausdrücken und abfüllen.
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8 Gedanken zu “Rezept: Sojamilch

  1. […] Sojamilch selber zu machen ist recht aufwändig, beansprucht lange Vorbereitungs- und Arbeitszeit und anschließend wäscht man eine Menge ab nur um dann festzustellen, dass man zwar Sojamilch hat, diese aber nicht gerade super toll schmeckt und die Kostenersparnis kaum den Aufwand rechtfertigt. […]

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