Konsequent inkonsequent

Meine Ernährungsweise mag vielen auf den ersten Blick inkonsequent erscheinen. Grund dafür ist, dass ich nicht 24/7/365,25 (24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365,25 Tage im Jahr) Tiernahrungsfrei lebe. Warum ist das so? und warum denke ich trotzdem mich konsequent zu ernähren?

Sehen wir uns dafür zunächst den Unterschied zwischen vegan ernähren und veganem Leben an:

Wer nur vegan isst, der verzichtet in seiner Nahrung auf sämtliche Inhaltsstoffe die direkt, oder indirekt von Tieren stammen. Wer vegan lebt verzichtet nicht nur auf tierische Nahrung, sondern auf alles was in irgend einer Weise von Tieren stammt (Leder oder Schafswolle bspw.) oder ihnen sonst irgendwie Leid zufügt. Veganer die vegan leben stoßen aber häufig an ihre Grenzen, spätestens bei Medikamenten die i. d. R. an Tieren getestet werden und somit tierisches Leid fördern. Diesen Gewissenskonflikt umgehe ich indem ich mich nur vegan ernähre und bei allen anderen Sachen entscheide ich ganz so wie ich gerade Lust habe.

Und die Ernährung?

Ich esse im Jahr etwa 180g bis 250g Fleisch und ab und zu ein wenig Käse, Joghurt, oder ähnliches. Beinahe jeder dem ich das erzähle sieht mich dann als inkonsequent, manchem jedoch fällt auf was der Grund dafür sein könnte.

Vegan ist für mich ein Oberbegriff unter dem sich viele einzelne Ernährungsweisen zusammen fassen lassen, es ist für mich keine strenge Ernährungsnorm. Und letzten Endes ist es eine Form der Askese. Wie auch im täglichen leben gehe ich in meiner Ernährung meinen ganz persönlichen Weg, »I did it my way.«, wie Frank Sinatra gesungen hat. Warum sollte ich mich zwingen auf das Stück Steak zu verzichten das ich so sehr liebe? Warum sollte ich zwei Wochen vorher in einem Restaurant anrufen um den Koch zu bitten extra für mich mal vegan zu kochen? So fertig bin ich nicht. Ich bin bereit meinen Fußabdruck zu hinterlassen, nur will ich ihn klein halten. Ich bin bereit mich ungesund zu ernähren, nur will ich es stark einschränken. Ich bin bereit meine Askese zu durchbrechen, nur will ich es selten tun. Soll ich mich dafür jetzt grämen weil ich kein „echter“ Veganer bin? No Sir!

 

Ich bin konsequent indem ich meiner eigenen Inkonsequenz konsequent nachgehe.

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2 Gedanken zu “Konsequent inkonsequent

  1. Spätestens bei einem vorhergehenden PositivBeitrag zu Hildmann war mir klar, dass so ein Bullshit früer oder später kommen muss.
    Gib doch mal ein Haus in Auftrag, dessen Mauern instabil sind und Lücken aufweisen und der gute Handwerker danach meint „ICH verstehe unter „Maurer“, dass ich Steine aufeinanderstapeln kann – ob das Werk am Ende hält oder zusammenkracht – mir doch egal!“
    Veganismus ist klar definiert, fertig.

    • Du kannst alles so klar und streng definieren wie du willst, am Ende lassen sich Menschen und ihre Gewohnheiten nicht normieren. Jeder Veganer, den du fragst zieht seine Grenze woanders; den einen, einzigen Veganismus gibt es nicht. Du darfst den Kreis um dich natürlich gerne ganz eng ziehen, aber dann sprechen wir uns wieder, wenn du dringend ein Medikament benötigst, was bspw. Gelatine enthält.
      Dein Vergleich hinkt übrigens nicht nur, der kann überhaupt nicht gehen. Mit einem Handwerker hat man einen Werkvertrag, bei dem der Erfolg Teil der Leistung ist. Mich hat indes niemand beauftragt Veganer zu sein und bezahlt werde ich dafür auch nicht.
      So long…

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