Vegane Regenwaldvernichtung

Häufig hört man von energischen Gegnern der veganen Ernährung das Argument, Veganer würden den Regenwald vernichten, weil die Sojaprodukte auf Flächen angebaut werden, die durch Rodung des Regenwaldes entstanden sind.
Diese Argumentationsweise ist sehr populär, ich führe das darauf zurück, dass viele Menschen einfach schon davon gehört haben, wie große Flächen gerodet werden, um darauf Sojabohnen anzubauen. Wenn diese Menschen dann hören, dass Sojamilch ein Grundnahrungsmittel für Veganer ist, bringen sie dies womöglich in Verbindung.

Dieses Argument lässt sich jedoch bei näherer Betrachtung ebenso leicht entkräften wie fast alle anderen Argumente gegen die vegane Ernährung. Jeder der schon einmal Sojamilch gemacht hat und das übrige Okara dann als Tierfutter genutzt hat weiß, was für ein gutes Tierfutter das Okara abgibt und wer daraus Bratlinge macht, der erfährt es am eigenen Leibe. Und das ist der Punkt: Die tierische Ernährung hat einen ungleich höheren Bedarf an pflanzlichen Nahrungsquellen, als die vegane. Das ist auch logisch und nachvollziehbar, denn die sog. „Nutztiere“ müssen irgendwie gefüttert werden.
Eine Rechnung besagt, dass für ein Kilogramm Schweinefleisch über 500 Gramm Soja (genauer: Sojaschrot) benötigt werden, wobei Soja lediglich 10 % des Futtermittels ausmachen.[1] So sagt es die Albert-Schweizer-Stiftung. Bund.net liefert eine genaue Zahl von 540 g Soja pro verwertbares kg Schweinefleisch in Deutschland und Europa.[2] Bei Hühnerfleisch sind es 470 g, bei Putenfleisch 765 g und bei Rindfleisch sogar 920 g Sojaschrot/kg verwertbares Fleisch.2
Der WWF sagt, dass 79 % aller Sojaprodukte in Deutschland als Tierfutter eingesetzt werden.[3] Lediglich 19 Prozent zur Nahrungsverwendung und 2 Prozent kommt eine andere Verwendung zu.3
Letzteres zeigt uns eindeutig, dass Soja hauptsächlich als Futtermittel verwendet wird. Ganz klar sagen muss man auch, dass die vegetarische Ernährung hier keinesfalls umfängliche Abhilfe schafft, denn Milch gewinnt man auch nur von einer Kuh, die lebt und gefüttert wird. Die Schlussfolgerung ist also, dass gerade die tierische Ernährung große Anbauflächen fordert. Dass diese Anbauflächen durch die Rodung weiter Teile des Regenwaldes insbesondere in Brasilien entstehen, ist unbestritten. Dazu kann man betrachten, dass 60 % allen Getreides zur Futtermittelgewinnung verwendet wird. Würde dies zusätzlich wegfallen wären die Flächen die ohne die Rodung des Regenwaldes bestehen wahrscheinlich noch ausreichend um die Menschheit zu ernähren. Aber das ist Spekulation. In jedem Fall ist hiermit die These widerlegt, dass die vegane Ernährung weite Teile des Regenwaldes fordert, es ist eher umgekehrt.
Übrigens: Das Okara fällt immer an, egal ob man Sojamilch trinkt oder aus ihr Tofu macht. Das Okara ist immer ein Nebenprodukt. Also ernährt die Sojabohne doppelt. Selbst wenn man sich also nicht vegan ernähren würde, sondern tierische Nahrungsmittel als Ausnahme nutzt, müssten dazu nicht zwangsläufig diese großen Flächen des Regenwaldes sterben.


[3] http://fleischfrage.wwf.de/fileadmin/user_upload/PDF/WWF_Fleischkonsum_web.pdf

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Ein Gedanke zu “Vegane Regenwaldvernichtung

  1. […] Warum ist die vegane Ernährung… Umweltfreundlicher? Eines der am häufigst genannten Argumente gegen vegane und vegetarische Ernährung ist, dass für Sojaprodukte riesige Flächen Regenwaldes abgeholzt werden. Das ist faktisch richtig, doch wie oben und in anderen meiner Artikel bereits festgestellt, ist Soja ein ausgezeichnetes Futtermittel. Sojaschrot und Okara sind aufgrund des hohen Eiweißgehaltes ideal. Heu und Stroh – welches für Menschen nicht verwertbar ist – wird nur noch bedingt als Futtermittel eingesetzt. Zu gering ist der Energiegehalt. Neben Soja ist u. a. auch Getreide ein Mittel der Wahl. Beides sind ebenfalls für den Menschen wichtige Nahrungsmittel. Wenn diese also für „Nutztiere“ verbraucht werden, müssen sie extra dafür angebaut werden. Und das nicht zu knapp! 60 % allen Getreides und 70 % aller Ölsaaten (darunter Soja) werden inzwischen als Futtermittel eingesetzt!3 Und der Rest dieser Angaben wird nicht ausschließlich als Nahrungsmittel für den Menschen aufgebraucht, sondern auch für Treibstoff und andere Produkte.3 Es ist klar, dass bei derartigen Mengen die vorhandenen Anbauflächen nicht mehr ausreichen. Regenwaldvernichtung ist eine logische Konsequenz der tierischen Ernährung. Regenwaldflächen sind vergleichsweise billig zu haben und bieten nach der Rodung große Fläche. Mehr dazu hier: Vegane Regenwaldvernichtung. […]

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