Auf der Suche nach der neutralen Sojamilch Teil 1

Jeder, oder wenigstens die meisten die schon mal Sojamilch selbst gemacht haben werden das kennen: Sojamilch exakt nach Anleitung gemacht und trotzdem schmeckt sie selbst eiskalt noch immer komisch. Irgendwie „bohnig“, oder manche sagen auch „grasig“ (also nach Gras schmeckend). Das Problem ist bekannt und die Industrie entwickelt stets neue Verfahren es zu lösen.

Wenn eure Sojamilch auch bohnig schmeckt, wechselt als Erstes die Marke der Bohnen. Das kann schon etwas helfen, manche Marken schmecken einfach nicht und manchmal war es auch einfach eine schlechte Ernte. Wer kann das schon so genau sagen? Leider ist die Auswahl vergleichsweise klein, wenn man kein „Gen Food“ haben, will, da Sojabohnen zu den beliebtesten Futtermitteln gehören, wird hier viel an den Genen manipuliert. Bio ist daher für mich angesagt.
Was kann man noch tun, um den Geschmack zu verbessern? Ich habe mich dieser Frage gestellt, da man im Internet Unmengen Tipps und Tricks bekommt, aber man nicht weiß, was nun eigentlich richtig hilft und was nicht. Eines muss ich vorweg aber sagen: Auch wenn ihr euch exakt an meine Anleitung haltet, wird der bohnige Geschmack mit großer Wahrscheinlichkeit nicht völlig weg sein. Im Vergleich zu vorher wird er aber wesentlich reduziert sein. Hier nun meine Ergebnisse:

  1. Wasser aufkochen. Sobald es richtig schön sprudelt die Sojabohnen zugeben und aufkochen, dann sofort von der Herdplatte nehmen und direkt fortfahren.
  2. Die Bohnen abgießen, ordentlich abspülen und die Schalen entfernen.[1]
  3. Abermals Wasser aufkochen, die Bohnen dazugeben und aufkochen. Direkt wieder abgießen und die Bohnen in kaltes Wasser zum Quellen geben.
  4. Über Nacht ist immer eine gute Idee, 24 Stunden müssen es nicht unbedingt sein. Ich empfehle das Quellwasser regelmäßig (alle 1-2 Stunden wäre optimal) zu wechseln, sofern es eure Zeit erlaubt.[3]
  5. Nach dem Quellen wird die Milch ganz normal zubereitet:
    1. 100 g Bohnen mit 0,5 l Wasser mixen.[4]
    2. 0,5 l Wasser aufkochen und Bohnen-Wassermischung dazugeben.
    3. Unter ständigem Rühren 15 Minuten kochen lassen.[5]
    4. Durch ein Tuch filtern und auspressen.
    5. Jetzt könnt ihr die Sojamilch im warmen Zustand probieren. Schmeckt sie immer noch zu bohnig für euch, kommt sie in einen sauberen Topf und wird mindestens 30 Minuten (ich empfehle eher 40 Minuten) sprudelnd gekocht.[6]
    6. Jetzt das Finishing: Je nachdem wofür die Milch benutzt werden soll, noch Zucker oder etwas anderes süßes hinzufügen und ggf. noch andere Aromen ausprobieren. Vanille ist weit verbreitet, aber es gehen auch viele andere Aromen. Zur Weiterverarbeitung zu Tofu einfach auf 80°C runter kühlen lassen und das Gerinnungsmittel zugeben.

Wenn man sich an diese Anleitung hält, wird die Sojamilch einen deutlich lieblicheren Geschmack haben. Zusätzlich sollte man sie so nur sehr kalt trinken, was den Restgeschmack etwas unterdrückt. Leider wird man den bohnigen Geschmack so nicht völlig los werden. Die Industrie mischt noch unzählige andere Dinge dazu, aber auch gekaufte Sojamilch schmeckt immer noch ein klein wenig bohnig. Es gibt noch andere Ansätze den bohnigen Geschmack weg zu bekommen.[7] Aber ich habe noch keine Sojamilch gehabt, der diese Behandlung zuteilwurde. In jedem Fall ist das für zuhause ohnehin fast unmöglich.

Im zweiten Teil wird erklärt wie und warum der bohnige Geschmack entsteht.


[1] Diesen Schritt werden die meisten kennen, das kommt daher, dass er der wichtigste ist. Meist werden die Bohnen aber erst nach dem vollständigem Einweichen geschält. In der hier vorgestellten Variante bekommt man die Schale von einigen evtl. nicht gut ab, aber das ist nicht so schlimm.

[2] <Entfallen>

[3] Neues Quellwasser einfach kalt über die Bohnen geben.

[4] Eventuell Zucker, Sirup, Datteln, o. Ä. zugeben. Siehe Rezept: Sojamilch.

[5] Das hilft nicht nur gegen den bohnigen Geschmack, die Sojamilch wird dadurch angeblich auch gesünder. http://en.wikipedia.org/wiki/Soy_milk#Preparation

[6] Dabei entsteht übrigens Yuba. Das ist die Haut, die sich auf der Sojamilch bildet, wenn sie gekocht wird, so ähnlich wie bei Kuhmilch auch. Yuba ist essbar und dient getrocknet auch als Alternative zu Fleisch.

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4 Gedanken zu “Auf der Suche nach der neutralen Sojamilch Teil 1

  1. gentechnik muss deklariert werden; insofern kann man selbst bei konventionell sicher sein. sind halt bloß mehr verunreinigungen erlaubt als bei bio (ich glaub bis zu 2%). ich kauf einfach bio-sojamilch von netto. bin doch zu faul mir sowas selbst zu machen; und mir schmeckt die auch :)

    • Sicher sein kann man nie. Man kann nur davon ausgehen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Wie bei Religionen und denen hab ich auch noch nie getraut. ^^

      Ich muss gestehen, dass ich nur selten bei Netto einkaufe. Wie heißt der Hersteller und was kostet ein Liter davon?

      • bei deinen bio-sojabohnen musst du auch drauf vertrauen, dass es bio ist bzw. ohne gentechnik. und da gabs ja schon den ein oder anderen „skandal“… zb bei eiern, tomatenmark.
        packung kostet 1€, hersteller weiß ich gar nicht. ist die eigenmarke biobio. inzwischen hat aber jeder discounter ne eigene sojamilch, und ich glaub bei dm gibts die von alnatura.

      • Stimmt. Ist mir aber lieber wenn Bio drauf steht, als wenn nichts drauf steht.

        Ja, dass es inzwischen fast überall Sojamilch gibt ist mir schon aufgefallen, nur ist mir das alles zu teuer. 1€ für einen Liter finde ich nämlich ganz schön happig, zumal ich die nicht so trinke, sondern ausschließlich zur Weiterverarbeitung nutze. Da bleibe ich vorerst lieber bei meinen Sojabohnen für 40 Cent pro 100g.
        Wobei ich aktuell versuche eine andere Sorte zu bekommen, mehr dazu in Teil 2.

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