Überall Eier

Eier, Eier, Eier… Es ist gleichermaßen interessant und auch erschreckend wie viele Eier der Mensch im Schnitt verzehrt. Genaue Zahlen zu finden ist leider schwierig, da Eier in Statistiken irrigerweise meist mit den Milchprodukten zusammengefasst werden.
Laut statista.com sind es seit 2004 jeweils etwas über 200 Eier pro Jahr und Person in Deutschland. Im Jahre 2012 waren es 217 Eier pro Jahr und Kopf.[1] Klingt gar nicht nach so viel? Mal sehen…
Ein Huhn ist theoretisch in der Lage alle 24 Stunden ein Ei zu legen, praktisch sind es im Schnitt 298 Eier im Jahr.[2] Dank der Volkszählung wissen wir außerdem, dass in der Bundesrepublik im Jahr 2011 rund 80,1 Millionen Menschen lebten. Ausgehend von der Annahme, dass die Zahl der Einwohner sich im Jahr 2012 nicht signifikant geändert hat, kann man mit ungefähr 17.380.000.000 Eiern rechnen – und dabei habe ich schon sehr großzügig abgerundet und eine zusätzliche Million abgezogen – die 2012 insgesamt von allen Deutschen zusammen verzehrt wurden. (Für alle die Schwierigkeiten haben die Zahl zu lesen: Das sind 17,38 Milliarden, also 17 Milliarden + 380 Millionen Eier.) Fraglich dabei ist außerdem, ob das den Bedarf der Industrie einschließt oder nur den privaten „Direktkauf“ von Eiern betrifft. Ich vermute Letzteres, von daher dürften tatsächlich noch viel mehr Eier verbraucht werden.
Wo kommen diese Mengen an Eiern her? Auch dazu gibt es Zahlen, nicht ganz die Hälfte der Eier kommt aus dem Ausland, der Rest aus „heimischen“ Betrieben, wenigstens im Jahre 20010.[3] Das sei laut Quelle auf das Verbot der Käfighaltung zurückzuführen.
Zugegeben, das ist billiges Zusammengesuche von Statistiken aus unterschiedlichen Jahren und dann mal irgendwie zusammen gerechnet. Aber dennoch kann man hier nicht verleugnen, dass es sich um ungeheure Mengen an Eiern handelt. Nur wofür werden sie gebraucht?

Nun, das ist die zentrale Frage; wofür denn eigentlich? Eier werden hauptsächlich entweder so zubereitet oder irgendwelchen Speisen und Backwaren zugegeben. Während man den Geschmack von Eiern an sich nicht so gut nachahmen kann (wobei Kala Namak in diesem Zusammenhang zwingend erwähnt werden muss) geht dieser in Backwaren und sonstigen Speisen in der Regel verloren. Fakt ist: In ca. 90 bis 95 % aller Zubereitungen sind Eier gänzlich überflüssig. Die anderen 5 bis 10 % sind zumeist Speisen wie Rührei, Spiegelei, Omelette, gekochte Eier, Eierstich, etc.
Pfannkuchen beispielsweise werden erst unter Zugabe von Backpulver richtig schön fluffig, das Ei hat darin keinen wirklichen praktischen Nutzen, da auch eine Bindung nicht wirklich erforderlich ist. Mit vielen Backwaren haben wir eine ähnliche Situation.
Bouletten (aka Frikadellen) werden i. d. R. mit einem Ei zubereitet, angeblich zur Bindung. Das ist aber ebenfalls ein Märchen, Hackfleisch klebt von ganz alleine. Unter Zugabe von Paniermehl ändert sich das zwar etwas, dennoch könnte man die Bouletten so braten und sie würden nicht zwingend auseinanderfallen.

Warum gibt man also so vielen Speisen Eier hinzu? Die Antwort darauf kann ich nicht geben. Ich kann lediglich meine Vermutung in einem Wort zusammenfassen: Tradition. Außerdem sind Eier natürlich eine naheliegende Eiweißquelle, für unsere Vor^1000-fahren vermutlich die naheliegenste Quelle überhaupt.

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