Hurra!, endlich Genmais für alle!

Am Dienstagabend berichtete die BR-Sendung „Report München“ über den Genmais „SmartStax“, der Firma „Monsanto“. Dieser soll – wenn ich das richtig verstanden habe –selbstständig Pestizide produzieren und sich so eigeninitiativ vor Schädlingsbefall schützen. Das klingt wirklich ungeheuer großartig. Wenn ich gläubig wäre, würde ich das nicht mehr als Eingriff in Gottes Plan bezeichnen, sondern mit den Worten „Fisten“ und „…ganz tief in Gottes…“ umschreiben. (Aber zum Glück bin ich nicht gläubig und so bleibt dieser Blog vorerst noch jugendfrei… ^^) Vor allem kann so ein Mais doch gar nicht gesund sein, oder? Wer weiß, aber ist ja eh egal, denn das bekommen ja nur die sog. „Nutztiere“ aufgetischt. (Das steht übrigens auch noch zur Diskussion.) Dass die daraus entstehenden Tierprodukte – aka Milch, Eier und Fleisch – dann natürlich auf den Tellern der Menschen landen, soll mal nicht stören. In der Tat muss man doch ein hartgesottener Allesfresser sein, um nicht dadurch beunruhigt zu werden, oder? Ich meine: Das Zeug produziert seine eigenen Pestizide. Das ist ungefähr so, als würden Menschen Zyankali über die Haut absondern. Was dann beim Liebesspiel mit dem Partner passiert, kann man sich wohl denken.
Zugegeben, der Beitrag von Report München war schon sehr zweifelhaft aufgearbeitet. Überall das Biohazard-Zeichen, als wäre gerade von medizinischem Abfall oder dem T-Virus die Rede. Dann fliegt das Symbol auch immer so dramatisch durchs Bild. Auch Phrasen wie „das wird bald Wirklichkeit in Deutschland“ dienen dazu eine unbestimmte Panik im inneren des Zuschauers aufkeimen zu lassen. Und dann diese Computeranimationen wenn nur ein Zitat in einem Schreiben hervor gehoben wird… Nein, Report München bleibt eine Sendung, die ich nicht mag; dennoch: Die Aussage des Beitrags ist wichtig. Ach ja und Frau Ilse Aigner hat ja ganz tolle Argumente. Wenn man Stellung bezogen hätte, so hätte das auch nichts am Ergebnis geändert? Ja, genau so funktioniert richtig gute Politik. Wenn ich je CDU/CSU-Wähler gewesen wäre, hätten sie meine Stimme jetzt ganz sicher verloren.
Wie ist das eigentlich? Woher weiß man was Genfood ist und was nicht?

Schon einige Jahre müssen gentechnisch veränderte Lebensmittel zwar als solche auf der Verpackung deklariert werden (darauf hat mich Kollegin Mausflaus ja bereits hingewiesen, aber auf dem Weltmarkt kann alles passieren…), aber bei Tierprodukten ist das anders. Hier muss nicht angegeben werden, ob das Tier gentechnisch verändertes Futtermittel erhalten hat. (Also wirklich, wie viele Gründe für die vegane Ernährung braucht es denn noch?)
Und wie ist das eigentlich im Restaurant? Angenommen ich würde nun einen Maiskolben kaufen, dann bekäme ich die Verpackung sicher nie zu sehen. Müsste das Restaurant in solch einem Fall eigentlich irgendwo ein Schild anbringen: „Hey Leuts: Bei uns gibt’s endlich Genmais für alle und damit-treibe-ich-mich-selbst-in-den-Ruin!“? Da bin ich überfragt muss ich sagen. Ich hoffe einfach, dass guten Köchen die Berufsehre diktiert, kein „Genfood“ zu verwenden.

Na gut, das Kind ist in den Brunnen gefallen, der Genmais kommt, also ist guter Rat teuer. Ganz wichtig natürlich: „Don’t Panic!“, Panik ist ein schlechter Ratgeber. Ich jedenfalls hol mir morgen (ich schreibe dies gerade in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch) erstmal ne Menge Popcornmais, der hält sich ewig und ich brauch eh noch TK-Himbeeren, liegt also auf dem Weg… Nein, nein, das bringt auch nichts. Tja, jetzt muss man einfach verstärkt darauf achten keinen Mais zu kaufen, der als gentechnisch manipuliert gekennzeichnet ist, zumindest wenn man SmartStax skeptisch betrachtet. Alle konventionellen Esser haben da größere Probleme. Außer genau nachzufragen und ggf. an den „Hersteller“ zu schreiben, was für Futtermittel verwendet wurden, fällt mir da nicht wirklich was ein. Außer eben eine Ernährungsumstellung. Wobei man aber auch sagen muss, dass es inzwischen fast unmöglich ist Tierprodukte zu bekommen, wo keine genmanipulierten Futtermittel eingesetzt wurden. Man kann sich also darauf einstellen, dass es künftig auch nicht mehr ohne den SmartStax geht.

Hier findet ihr den Beitrag zum selber anschauen: http://blog.br.de/report-muenchen/2013/6749/umstrittener-gen-maiskommt-nach-europa.html

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