Über Milch

In beinahe keiner Region der Erde werden keine Milchprodukte verzehrt. Jede Kultur hat andere Rezepte für Käse und verschiedenste Desserts und Hauptspeisen und… Alles. Aber man muss sich bewusst machen, was Milch eigentlich ist, wofür sie da ist und woher sie kommt.

Was sich die meisten Menschen wohl überhaupt nie klar machen: Milch ist die Muttermilch von Tieren. Wenn ein Tier, also bspw. eine Kuh, kalbt, dann gibt sie Milch, vorher nicht und auch nicht Jahre Später. Das Kalb wächst auf und hört auf sich von der Muttermilch zu ernähren; damit gibt es für die Kuh keinen Grund weiter Milch zu produzieren. Wenn der Mensch also weiter die Milch der Kuh nehmen will, muss eine Kuh immer wieder kalben (i. d. R. Jährlich). Männliche Kälber werden dabei sofort getötet. Die eignen sich schlechter für die Mast und sind damit unrentabel. Das gilt übrigens auch für alle anderen männlichen Jungtiere. »You cannot have eggs [and dairy products] without also having on your hands a number of male birds [, bulls and whichever animal], which you must kill.«[1]
Was ich sagen will: Warum ernährt sich der Mensch a) von der Muttermilch anderer Arten und b) warum tut er das ohne Unterlass? Auf die erste Frage habe ich echt keine Antwort. Es ist einfach genau so dumm, wie es klingt. Es könnten auch genauso gut H-Milch und Käse und Joghurt von irgendwelchen Menschen im Kühlregal stehen. Aber wer würde das kaufen? Naja, Muttermilch zu bekommen wäre übrigens kein Problem, dafür gibt es schon Internetbörsen. Aber das ist eher für Mütter gedacht, bei denen keine Milch einschießt. Sicherlich käme niemand auf die Idee sich das morgens übers Müsli zu schütten. Und wenn doch, dann wär das ja überaus pervers … Aber die Milch von Kühen is okay.

Na immerhin ist Milch ja sehr gesund. Naja, wie soll ich sagen…? Nein. Alle Nährstoffe in der Milch nehmen Erwachsene ganz natürlich über andere Nahrung auf. Das ist ja gerade der Grund dafür, warum wir nicht mehr mit 40 an der Zitze unserer Mütter hängen. Milch dient dem Aufbau von Neugeborenen, nichts weiter. Für ausgewachsene Tiere hat Milch keinen ernährungsphysiologischen Nutzen. Und ja, Menschen sind Tiere, Säugetiere. Neueren Erkenntnissen zufolge ist Milch sogar gesundheitsschädlich für einen ausgewachsenen Menschen. Das enthaltene Calcium ist wichtig für den Knochenaufbau, nur geringe Mengen werden für den Erhalt benötigt. Da Milch aber für Jungtiere gedacht ist, ist der Calciumgehalt hoch. Ferner wird Vitamin D benötigt um das Calcium umzusetzen, wenn aber zu viel Calcium präsent ist, so wird es ausgeschieden, jedoch nicht, bevor es auch das am Knochen sitzende Vitamin D gelöst hat. Letzteres ist für ausgewachsene Knochen sehr viel wichtiger, da es bei zu wenig Vitamin D zu Osteoporose kommen kann. Milch könnte Osteoporose auslösen, statt ihr entgegen zu wirken. Das Thema wurde recht ausführlich von der NDR-Sendung „45 Min“ bearbeitet. Die Ausgabe hieß „Die Milchlüge“.
Doch damit nicht genug: Laktoseintoleranz. Das Wort hat sicher jeder schon mal irgendwo gehört, spätestens nach dem Auftauchen von Milchprodukten ohne Laktose und diversen Mittelchen, alle um die Laktose „auszuschalten“. Aber warum solche Mittel überhaupt nötig sind, fragt niemand. Auch denkt jeder er sei nicht betroffen. Laktoseintoleranz ist eine Krankheit für Nerds wie Lennard aus der Fernsehserie „The Big Bang Theory“.
Leider ist das nicht so einfach, denn man geht aktuell davon aus, dass ca. 75 % der Weltbevölkerung an einer Laktoseintoleranz leiden.[2] Ohne Diagnose, ohne es überhaupt zu wissen oder zu vermuten.
Das beweist einmal mehr, dass Milch nicht für ausgewachsene Tiere vorgesehen ist.

Dennoch geht der Milchkonsum heiter weiter. Warum ist das so? Wer ein wenig an der Oberfläche kratzt, der findet es heraus. Eine echte unbequeme Wahrheit und anders als der Klimawandel zweifelsfrei wissenschaftlich belegt: Milchprodukte haben neben dem Aufbau noch eine wichtige Funktion, die jeder sofort erkennen wird, der mal eine Mutter hat stillen sehen. Das Kind wird unmittelbar ruhig, egal wie laut es vorher geschrien hat. Auch andere Säugetiere zeigen direkt nach der Geburt ein ähnliches Verhalten. Ein Kalb kann noch so sehr zittern von den Anstrengungen der Geburt, sobald es einmal die Milch der Mutterkuh bekommt, wird es unmittelbar ruhig.
So schön es auch wäre, das ist nicht auf eine magische Verbindung zwischen Mutter und Kind zurückzuführen, sondern auf einen Stoff, der auch aus Pflanzen gewonnen werden kann. Aus dem Schlafmohn zum Beispiel. Die Rede ist von Opiaten. Ihr habt richtig gelesen, Opiate. Sowas wie Heroin, Opium und Morphium zum Beispiel. Milchprodukte enthalten Opiate, sind damit Rauschmittel und machen körperlich abhängig. Nun ist der Anteil Opiate in der Milch sehr gering, da das Kasein diese opioide Wirkung entfaltet. Käse jedoch enthält eine sehr hohe Konzentration von Kasein und damit auch eine große Menge Opiate.

Der normale Veganer würde an dieser Stelle seine Ausführungen beenden, doch ich möchte aufklären und muss euch daher leider sagen: Auch Weizen enthält Opiate. Brot demnach ebenfalls. Auch das habe ich erst kürzlich herausgefunden. Gerade hier muss jeder selbst seine persönliche Grenze ziehen. Meine ist jedoch klar: Alle genannten Argumente zusammengenommen sprechen für mich gegen Milch. Da empfinde ich Weizen als weit weniger bedenklich.

 

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7 Gedanken zu “Über Milch

  1. […] Die Milchindustrie versucht ja alles Menschenmögliche um Milch und Käse gesund und lecker erscheinen zu lassen. Und natürlich: die Kinder von heute sind die Kunden mit unbegrenzter Kaufkraft von Morgen. Doch wie beliebt sind Molkereiprodukte eigentlich bei Kindern? Nun, Milch selbst ist ein Kinder- bzw. Babynahrungsmittel. Da können sich alle konventionellen Esser auf den Kopf stellen und in die Muckelecke gehen, Milch ist und bleibt ein Nahrungsmittel für die Kleinen. Sie wird auch häufig als “Lebensstarter” bezeichnet. Der Grund dafür ist der hohe Calciumgehalt. Dieser ist in jungen Jahren ausgesprochen wichtig zur Knochenbildung. Das ist auch genau der Grund, weshalb weibliche Säugetiere überhaupt Milch haben und ihre Jungen diese trinken. Alles andere ist Menschengemacht. Joghurt, Käse, Quark, … Alles Erfindungen der Menschen. Mich beschäftigt jedoch besonders das Thema Käse, denn dieser macht im wahrsten Sinne des Wortes Abhängig. […]

  2. […] Um über Zucker sprechen zu können, müssen wir zunächst definieren, was Zucker eigentlich ist. Viele sind immernoch der Meinung, Zucker und Kohlenhydrate seien zwei verschiedene Dinge. Dem ist jedoch nicht so. Zucker (also plural jetz, und so) sind eine von drei Nährstoffgruppen. Die anderen beiden sind Fette und Eiweiße. Oder bei ihren wissenschaftlichen Namen genannt: Kohlenhydrate, Lipide und Proteine. Mehr Hauptnährstoffarten kennen wir nicht. Alles andere sind Mikronähr- oder auch Vitalstoffe; dazu zählen Vitamine, Spurenelemente, etc. Also merke: Zucker = Kohlenhydrate. Was sind Kohlenhydrat bzw. Zucker noch? Chemisch gesehen sind es Saccharide, die so heißen, weil ein einzelnes Molekül grundsätzlich sechs Kohlenstoffatome (C-Atome) besitzt, die so miteinander verbunden sind, dass ein Hexagon entsteht. Naja, zumindest schematisch auf dem Papier. Wenn man jetzt mehrere dieser putzigen Hexagons miteinander verknüpft erhält man weitere Verbindungen. Und ihr wisst ja wie der Chemiker zählt, oder?: Eins, zwei, drei, viele. Also spricht man ab vier Stück von Poly-Sacchariden. Diese bezeichnet man dann als Stärke. Stärke ist also nichts anderes als ein langkettiger Zucker. Stärke kann von unseren Körpereigenen Enzymen in der Regel aufgespalten und so als Energiequelle nutzbar gemacht werden. (Prominentes Gegenbeispiel ist die Laktose, der Milchzucker, der von adulten Menschen i.d.R nicht gespalten werden kann.) […]

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