(Grund-)Rezepte: Nicht-KFC

KFC ist nicht gerade kompatibel mit der Idee hinter der veganen Lebensweise. Nicht nur weil die Hühner lt. PETA unter brutalsten Umständen gehalten und getötet werden oder weil überhaupt Fleisch verkauft wird. In Kanada hat PETA den Fast-Food-Konzern bereits erfolgreich gedrängt vegane Produkte anzubieten, im Gegenzug hat PETA in Kanada ihre „Kentucky Fried Cruelty“ Kampagne eingestellt. Doch das Geheimrezept der 11 Kräuter und Gewürze von Colonel Harland D. Sanders beinhaltet auch eine großflächige Zerstörung des Regenwaldes behauptet Greenpeace. Das gefällt auch den Sumatra-Tigern ganz und gar nicht, die nämlich leben dort, wo die Gewürze nun angebaut werden, die das Hähnchen so „finger licking good“ machen. Also ist indirekt auch das vegane „Huhn“ vom KFC nicht vegan. Ob das dem Colonel heute wohl gefallen würde? Ich denke nicht; KFC war für ihn nicht nur ein Unternehmen, sein Herz hing daran und den Verkauf bedauerte er zum Schluss bitterlich. Angesichts dieser Geschäftspraktiken würde er wohl im Grab rotieren.
Ein Glück, dass das Rezept schon zig Mal in den unterschiedlichsten Varianten „revealed“ wurde. Ob auch nur eine Version dem Original entspricht, bleibt fraglich. Bis dahin aber müssen wir uns mit dem begnügen was wir hier haben; und das ist schon ziemlich gut.
Im Folgenden findet ihr eine Reihe Rezepte für euer eigenes Nicht-KFC aus Seitan und anderen veganen Köstlichkeiten.

11 Herbs and Spices“:

  • 1 TL Oregano
  • 1 TL Chilipulver
  • 1 TL Salbei
  • 1 TL Basilikum
  • 1 TL Majoran
  • 1 TL Pfeffer (schwarz)
  • 2 TL Salz
  • 2 TL Paprikapulver
  • ½ TL Zwiebelpulver
  • 1 TL Knoblauchpulver
  • 2 TL Mononatriumglutamat

Tja, wenn das Originalrezept wirklich Glutamat enthält, ist mir schon klar, warum es so geheim gehalten wird. Die Leute meiden ja Glutamat wie die Pest, obwohl das sog. „Chinarestaurant-Syndrom“ bisher keineswegs bestätigt werden konnte. Aber ist es für einen Koch so rühmlich synthetisiertes Glutamat in Reinform zu verwenden? In Japan und China ist Glutamat eines der Hauptgewürze, doch Restaurants, die etwas von sich halten verwenden nicht Ajinomoto, sondern selbstgemachtes Dashi. Hat der Colonel wirklich Glutamat zugesetzt? Wer weiß, auf jeden Fall wird es heute verwendet, wenn man dem Autor William Poundstone glauben kann. Der nämlich will in einer Probe nichts als Mehl, Salz, Pfeffer und Mononatriumglutamat gefunden haben.
Macht wie ihr denkt; Fakt ist: Fleisch enthält viel Umami (= Glutamat), einige Alternativen zum Fleisch ebenfalls. Wer sichergehen will bereitet seinen Seitan einfach mit einem guten Dashi zu und kann das Glutamat vergessen. An dieser Stelle noch ein Tipp: Den Seitan ruhig schon mit den „11 Herbs and Spices“ würzen, dann wird er später noch viel besser schmecken.

Die Marinade reicht jeweils für ca. 600 g fertigen Seitan.

Die Marinade (klassische Art):

Nicht-KFC Classic
Sieht sogar ein wenig so aus wie die Hähnchenteile. Ich habe hier zu wenig Marinade dran.

  • 2 TL Senf (mittelscharf)
  • 120 ml Sojamilch (optional: 2 TL Glutamat)
  • 120 g Mehl
  • Gewürzmischung (siehe oben, OHNE Glutamat)
  • 2 TL Backpulver

Sojamilch (und ggf. Glutamat) mit dem Senf verrühren. Mehl und die Gewürzmischung (ohne Glutamat!) gut mischen. 40 g von der Trockenmischung in die Milchmischung einrühren, bis es bindet. Eventuell noch etwas mehr Mehl zugeben. In die Trockenmischung nun noch Backpulver einrühren und man kann loslegen: Beliebige Alternative zu Fleisch (ich empfehle Seitan) erst in der Milchmischung eintauchen und dann in der Trockenmischung wenden, bis alles gut bedeckt ist. In der Fritteuse oder im Topf mit ausreichend Fett bei mittlerer Hitze frittieren, bis es eine goldbraune Farbe angenommen hat.

Die Marinade („crispy“):

  • 2 TL Senf (mittelscharf)
  • 120 ml Sojamilch (optional: 2 TL Glutamat)
  • 120 g Mehl
  • Gewürzmischung (siehe oben, OHNE Glutamat)
  • 50 g Paniermehl

Alles wie in der klassischen Art mischen und der Trockenmischung zum Schluss das Paniermehl statt Backpulver zugeben. Ansonsten genauso verfahren.

Die Marinade („extra-crispy“):

Nicht-KFC Extra-Crispy_1

  • 2 TL Senf (mittelscharf)
  • 120 ml Sojamilch (optional: 2 TL Glutamat)
  • 120 g Mehl
  • Gewürzmischung (siehe oben, OHNE Glutamat)
  • 200 g Cornflakes („natur“)

Wieder das gleiche Vorgehen wie bei der klassischen Art. Die Cornflakes bleiben jedoch allein. Diese werden ordentlich zerkleinert; das geht am besten in einem Zipper und dann mit dem Nudelholz drüberrollen. Die Cornflakes sollen weder zu klein, noch zu groß sein.
Die gewünschte Fleischalternative (hier eignen sich Sojamedaillons oder -würfel auch sehr gut) etwas anfeuchten, idealerweise mit wenig Öl (eine Sprühflasche wäre gut) oder aber mit Wasser. Dann in der Trockenmischung wenden (nicht vergessen!), ein Bad in der Milchmischung nehmen lassen und dann in den Cornflakes wenden. Bei 180 °C Umluft (220 °C Ober-/Unterhitze) auf dem Rost mit Backpapier ca. 10 Minuten backen. Zwischenzeitlich einmal wenden.

Der Coleslaw (8-10 Portionen):

  • 700 g Weißkohl
  • 1 gr. Karotte
  • 1 kl. Zwiebel
  • 50 g Zucker
  • 1 gestr. TL Salz
  • etwas grob gemahlener Pfeffer
  • 85 ml Sojamilch (gekühlt)
  • 65 ml Rapsöl (gekühlt)
  • 1 Schuss Apfelessig
  • 1 EL Zitronensaft (gekühlt)

Karotte schälen, Zwiebel abziehen und von Zwiebel und Kohl den Strunk entfernen. Alles drei grob zerkleinern. Kohl, Karotte und Zwiebel in der Küchenmaschine mit S-Klinge schön fein häckseln (wiederholt „Pulse-Taste“ betätigen, falls vorhanden); dabei aufpassen, dass kein Brei entsteht und alles gleichmäßig zerkleinert wurde. In ein feines Sieb geben und sämtliche Flüssigkeit abtropfen lassen.
Milch und Apfelessig vermischen und kurz stehen lassen, dabei 25 ml Milch zurück behalten und zusammen mit Öl, Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Zucker eine Mayonnaise herstellen und ein wenig von der Mayo kaltstellen. (Am besten erst alle Zutaten in der Sojamilch auflösen und dann Öl zugeben.) Zum Rest die Milch-Essig-Mischung hinzugeben.
Wenn Weißkohl, Karotte und Zwiebeln gut abgetropft sind in eine Schüssel geben und die Mixtur von eben gut einrühren. Kurz stehen lassen und den Rest der Mayo aus dem Kühlschrank zugeben, bis es schön cremig wird (evtl. braucht man noch etwas mehr). Mit Salz, Pfeffer, Zucker und Essig abschmecken und im Kühlschrank wenigstens zwei Stunden ziehen lassen. Hält sich gekühlt bis zu 48 Stunden.

Dazu passen Pommes Frites oder Kartoffel-Wedges. Als Getränk mag alles dienen, ich empfehle Ginger Ale.

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Quellen:

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2 Gedanken zu “(Grund-)Rezepte: Nicht-KFC

  1. Wow, vielen dank für das tolle Rezept, das werde ich gleich ausprobieren. KFC quält Tiere und die meisten anderen groß Konzerne auch, leider. Aber man merkt das immer mehr aufgeklert wird, und das immer mehr Leute fleisch ablehnen. Bei ist es ähnlich ich probiere mich weitgehend vegan zu ernähren, aber ab und zu esse ich auch ein stückchen Fleisch. Toller Blog weiter so. Lg rafa

    • Dann stört es dich ja sicher nicht, wenn ich die URL mal entferne, denn die sieht mir stark nach Werbung aus. ;) Vielen Dank für deinen Kommentar.

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