All Hallows‘ Eve

All Hallows‘ Eve(ning), besser bekannt als Halloween. Ich hasse es. Ja ehrlich. Ich bin zwar Pastafari, aber Halloween ist scheiße. Wenn die Kürbisse wenigstens gegessen würden, aber alle die ich kenne hassen den Geschmack, oder haben noch nie Kürbis gegessen. Ein Nachbar hier hat sogar eine Jack-O-Lantern (das ist der geschnitzte, leuchtende Kürbis) stehen die ungefähr so aussieht: >.< und gerade die Treppe zur eingangstür mit seinen Innereien voll kotzt. So lustig und originell das ist, so verschwenderisch ist es auch.
Was mich nervt ist, dass wieder alles 1:1 aus den USA übernommen wird, ohne dass man es in den jeweiligen kulturellen Zusammenhang einzugliedern scheint. Es ist schon ein Wunder, dass die Kinder mich an der Tür mit „Süßes sonst gibt’s Saures!“ und nicht mit „Trick or treat!“ begrüßen. Aber vermutlich weil Oma Weißichnichwer Letzteres nicht verstehen würde. Ich hingegen verstehe beides und doch wieder nicht. Natürlich ist es für die Kinder einfach eine Möglichkeit an Süßigkeiten zu kommen, ohne, dass die Eltern heftig protestieren. Die unterstützen das ja auch. Den Kindern sei es verziehen, den Eltern nicht. Denn die verbotenen Früchte schmecken doch am süßesten, zumindest das weiß man doch auch noch mit Ü40. Warum man Kindern den Umgang mit Süßwaren verbietet, statt ihnen maßvollen Umgang zu lehren ist mir schleiherhaft; vielleicht ist es so einfach einfacher.

Aber ich will mal kein Spielverderber sein. Außerdem könnte ich es schlecht rechtfertigen wenn ich in der, an dem Weg gelegenen Küche, gerade rumhantieren würde und trotzdem nicht die Tür öffne. Also hab ich mich gestern auf den Weg gemacht. Dieser Weg war kein leichter kann ich euch sagen. Es gibt kaum vegane Süßigkeiten. Zartbitterschokolade die zumindest bis auf Spuren vegan sein könnte gibt es nicht in Halloween-üblichen Abgabemengen (sondern nur große Tafeln) und als Kind habe ich Zartbitter gehasst. Außer wenn mein Opa mir ein einzelnes Stück gegeben hatte während ich auf seinem Schoß saß und einmal an seinem Bier nippen durfte. Das war das Größte. Vollmilchschokolade und alles mit Gelatine kaufe ich ganz sicher nicht, obwohl ich es als Kind geliebt habe. Ich will nach wie vor die Intensivtierhaltung nicht unterstützen soweit möglich, auch und besonders nicht an Halloween.
Was bleibt dann noch? „Hard-Candy“, also Bollchen und Lutscher und son Kram. Das ist nur Zucker mit Zucker und anderem Zucker, ein paar Farb- und Aromastoffe. Könnte auch nicht vegan sein, lässt sich aber schwerlich überprüfen. Und Knabberzeug. Mal sehen wie das ankommt.

Bollchen...
Bollchen…
Brezeln_1
und Brezeln. – Diogenes wäre mehr als zufrieden. Ob es die Kinder auch sein werden?

Und was habt ihr so im Angebot für heut Abend?
Ich fahr jetzt aber nochmal zu real,- und schau mal was ich noch finden kann. Danach zieh ich mich trotzdem wie ein Pirat an, als Pastafari gehört sich das so. Wenn ich nur wüsste wo meine Steinschlosspistole aus meiner Kindheit abgeblieben ist. Ich könnt‘ schwören, letztens hatte ich sie noch.

Edit:
Und weg ist alles was ich geschrieben habe. -.-‚
Dann gibt es jetzt nur Bilder, tut mir leid.

Das ist doch schon besser.
Das ist doch schon besser.
Ist das nicht eine geniale Schatztruhe? DER Kellerfund des Jahres.
Ist das nicht eine geniale Schatztruhe? DER Kellerfund des Jahres.
Der Schatz des Wizzards. ;D
Dead Wizards Chest. ;D
Und noch der kreative Kürbis.
Und noch der kreative Kürbis.

Edit 2: So, es ist 20 Uhr, ich schätze damit ist alles vorbei. Zeit für ein kurzes Fazit:
Hard Candy ist extrem out. Kaum ein Kind interessiert sich noch für Zucker in fester Form. Warum ist das so? Theorien?
Mamba und Ahoi sind stattdessen der Hit gewesen. Besonders Ahoi habe ich einige male nachlegen müssen weil es plötzlich weg war. Das freut nicht nur den Pastafari-Piraten in mir, sondern auch das Kind in mir. Ich habe als Kind auch Ahoi geliebt. Es ist schön zu sehen, dass diese alte Leckerei nach wie vor so angesagt ist. Die Salzbrezeln habe ich indes völlig vergessen. Aber das ist nicht schlimm, die kommen bei mir viel schneller weg als Süßigkeiten. =D

Halloween ist fü mich damit beendet und auch für einige andere schätze ich, liegt der Tag doch mitten in der Woche. Mein Piratenkostüm, gepaart mit dem klassisch Brauschweigeriischem Klinterklater-Plattdeutsch kamen großartig an. Gleich die ersten Matrosen die sich an meinem Schatz gütlich tun wollten lobten mich für mein „cooles Kostüm“. Ich war so gerührt ich mir hats glatt die Sprache verschlagen und ich hab mich direkt verhaspelt. :D Vielen Dank ihr lieben für die netten Worte, wer immer sich hinter den Masken auch versteckt hat, Und auch an alle Folgenden die mein Kostüm gelobt haben, ihr seid klasse. Und einige Kinder hatten auch richtig gute Kostüme, zum Beispiel zwei Hexen deren Outfit mit Hut und Besen komplett war. Toll.
Was ich besonders schön fand war, dass manche Kinder – ob allein oder mithilfe der Eltern spielt ja keine Rolle – richtig kreativ waren. Ich hörte oft „Süßes sonst gibts Saures“, aber ich wurde auch mit genialen Reimen überrascht die ich leider nicht mehr zusammen bekomme. Wer sagt es gäbe keine Dichter mehr in Deutschland der irrt.
Aber keine Sorge: auch wenn Halloween vorbei ist, in Mexiko geht es jetzt erst richtig los. Dort wird jetzt der „Dia de los muertos“, der Tag der Toten gefeiert. Und dieser Tag ist nicht einer, sondern drei: vom 31.10 bis 02.11. Innerhalb dieser Tage wird den Toten mit besonderen Ehren gedacht. Dieses Fest ist mir sehr viel lieber als Halloween, da es (noch) nicht so kommerziell geprägt ist und weil die Toten nicht vergessen werden. Vergangen, aber nicht vergessen. Das spendet nicht nur Trauernden Trost, sondern auch den Lebenden. Ist es nicht ein schönes Gefühl, wenn nach dem Ableben jemand zurück bleibt in dessen Gedächtnis man weiter lebt? Ich bin dieser Ansicht und daher werde ich morgen den Verstorbenen gedenken, deren Ableben ich schon erlebt habe. Übermorgen gedenke ich all jenen Verblichenen, die ich persönlich nicht kannte aber die für meine Familie wichtig waren. Außerdem gelten meine Gedanken auch denjenigen, die ich weder kannte, noch Bedeutung für mich hatte. Denn so wie kein Mensch illegal ist, so ist auch kein Mensch, kein anderes Tier und keine Pflanze oder Pilz weniger wichtig als der/die andere. Diese Welt würde nicht funktionieren wenn auch nur ein Teil fehlen würde und das macht mir schon Gänsehaut.
Ich möchte jeden einladen mit mir den Toten zu gedenken. Wenn ihr mögt, so schließt euch mir an meine geschätzen Leser.

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5 Gedanken zu “All Hallows‘ Eve

    • =D Leider nicht. Ich bin nicht so der Fotograf vor dem Herrn und mit der schäbigen Kamera vom Smartphone sowiso nicht.
      Allerdings hat irgendjemand Fotos gemacht… Ich hoffe die landen nicht iwo im Internet. xD Ich hab leider keine Ahnung wer, sonst würd ich dir eins schicken.

      • Du kannst mir ja ein anderes senden, mich interessiert brennend, wie du aussiehst :) Ohne aufdringlich sein zu wollen.

  1. Alle achtung für die mühe die Du dir gemacht hast :-)
    Auch das mit dem Kostüm, cool. Ja das mit den Feiertagen ist so eine sache. Auch was der Christentum z.B. aus den früheren „Feiertagen“ gemacht hat. Schön das manche Menschen die echte Bedeutung kennen. Zu uns kommen keine Kinder deswegen kenne ich den trubel um Halloween nicht. Nächstes Jahr werd ich auch den verstorbenen gedenken.

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