Rezept: Köttbullar (vegan)

An diesem Rezept habe ich längere Zeit gearbeitet, weil ich wollte, dass es wirklich gut wird. Ich habe seit meiner Kindheit eine tiefe Verbundenheit mit Schweden, daher das Bedürfnis dieses Rezept wirklich gut zu machen. Köttbullar sind in Schweden allgemein, aber insbesondere bei Kindern sehr beliebt. Durch die Romane und der dazugehörigen Serie Pippi Långstrump (Pippi Langstrumpf) und natürlich durch das Möbelhaus IKEA bekannt. In letzterem gehören sie in der Regel zum Standard der Kantinen und werden unzählige Male am Tag verkauft. Aber ganz ehrlich: Ich finde die von IKEA nicht besonders gut. Es fehlt an den eher »esoterischen Zutaten« wie Ehre, Liebe und eine gehörige Portion Schweiß und Blut. (Wobei man das alles lieber nicht mit in den Teig mischen sollte, besonders die letzten beiden nicht. ^^‘ )
Ausgesprochen wird das übrigens nicht etwa »Kött-buuhlahr«, sondern ungefähr »Schött-büller«; hier gibt es ein Hörbeispiel: http://en.wiktionary.org/wiki/k%C3%B6ttbullar

koettbullar1Foto: Katharina ( http://foodandblood.wordpress.com/ )
Vielen Dank! =)

Zutaten (2-3 Portionen):

  • 200g Tofu (fest, gern »kriselig«)
  • ca. 50 g Paniermehl
  • ca. 50 g Haferflocken
  • Wasser oder Brühe
  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Sojasauce (helle)
  • 2 TL Piffi Alkrydda (siehe Tipps)
  • Salz, Pfeffer
  • Margarine zum Braten
  • Preiselbeeren

Zubereitung:

  1. Teig herstellen.
    Den Tofu gut zerbröseln, die Zwiebel abziehen, fein würfeln und zusammen mit dem Paniermehl hinzu geben. Die Mischung vorwürzen.
    Haferflocken mit 2 EL Wasser oder Brühe vermengt in die Tofumischung kneten. Nun nach Gefühl immer wieder etwas Wasser oder Brühe zugießen und weiter Kneten. Die Masse muss sich verbinden und weich und »fluffig« werden. Gleichzeitig dürfen die Bällchen beim Braten später nicht auseinander fallen. Bei Bedarf weitere Haferflocken zur Bindung oder Paniermehl für etwas Festigkeit zufügen.
    Wenn man die richtige Konsistenz gefunden hat, noch etwas nachwürzen und abschmecken.
  2. Köttbullar formen und anbraten.
    Ofen auf 150° Umluft vorheizen. Margarine bei mittlerer Temperatur in einer großen Pfanne schmelzen.
    Aus dem Teig kleine Bällchen formen. Je kleiner desto besser.
    Herd auf ca. ¾ Hitze hoch drehen und die Köttbullar darin von allen Seiten anbraten bis sie Farbe nehmen. Dabei etwas Zeit lassen und ggf. etwas Butter zufügen.
  3. Warm halten.
    Die gebratenen Köttbullar nun in den Ofen stellen, dort bleiben sie warm bis die Beilagen soweit sind. Ich empfehle Sahnekartoffeln. Die Köttbullar sollten aber wenigstens 10 Minuten im Ofen bleiben.

Tipps:

  • Piffi Alkrydda ist eine schwedische Gewürzmischung auf Basis von Salz. Sie lässt sich wohl entfernt mit »Gyrosgewürz« vergleichen. In Deutschland kann es schwierig sein sie zu bekommen. Wenn man selbst nach Schweden reist oder jemanden kennt sollte man sich etwas davon mitbringen lassen, da die Köttbullar ohne Piffi Alkrydda irgendwie das gewisse Etwas fehlt. Außerdem ist die Gewürzmischung vielfältig einsetzbar und wird bei trockener Lagerung garantiert nicht schlecht.
    Gleichzeitig sollte man sich auch noch Pommes Alkrydda mitbringen (lassen), diese Mischung ist genial für Pommes und Bratkartoffeln. (Ich glaube in Schweden werden Pommes nur damit gewürzt weil die überall gleich gut schmecken. ^^ )
  • Bei der konventionellen Methode bleibt einiges an Fett in der Pfanne zurück (Bratensatz genauer gesagt), das wird dann direkt für eine Sauce verwendet. Da Tofu aber kaum Fett enthält und das schon gar nicht abgibt erübrigt sich dies. Bei mir ist die Pfanne nach dem Braten regelmäßig staubtrocken.
  • Beim Braten vorsichtig wenden und nicht zu lange auf einer Seite lassen. Wenn sie leicht anhängen, sind sie schon so gut wie verloren. Wenn man sie zu rabiat behandelt sind sie so gut wie verloren. Sobald sie »von allen Seiten« Farbe haben sind sie nicht mehr so fragil.
  • Brät man die Köttbullar in einer Ofenfesten Pfanne an, so braucht man keine ofenfeste Schale mehr.
  • Das Ergebnis ist wirklich erstaunlich. Die Köttbullar sind weich und fluffig und geschmacklich macht es nur einen geringen Unterschied. Ich schätze der kommt daher, dass der Tofu weit weniger Fett enthält als Hackfleisch. Ein weiterer Beweis, dass den Geschmack i. d. R. Die Gewürze machen, nicht das Fleisch selbst.
  • Dazu isst man Preiselbeeren, die man inzwischen in vielen Supermärkten findet. Sie schmecken auch als Marmelade nicht schlecht, wenn man sie nur dünn aufträgt.

Dieses Rezept gibt es als eBook (ePub-Format) zum Download für euren eReader. Spart Druckkosten und schont die Umwelt indem ihr das fertig formatierte eBook nutzt (geht natürlich auch für Tablets, Notebooks und den PC). Natürlich völlig kostenlos.
DOWNLOAD –  Erläuterungen

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11 Gedanken zu “Rezept: Köttbullar (vegan)

    • Oh das ist gut. Wenn du das hinbekommst sag doch mal bitte bescheid, würde mich interessieren. Schmeckt dann vermutlich eh noch besser.
      (Wobei man das Wichtigste sicher hat, sobald man Salz und ein Paket Ajinomoto zusammenschüttet. xD )

      • Für einen salzigen Geschmack. Mononatriumglutamat ist zwar chemisch ein Salz, aber es schmeckt nicht salzig. Ich bin mir noch nichtmal sicher ob es überhaupt einen Eigengeschmack hat. Auf jeden Fall haben Studien gezeigt, dass es selbst in sehr großen Mengen nicht schädlich für den Menschen ist, während Kochsalz… nun ja.

      • Zwar habe ich bereits einiges dazu gehört, doch bin ich sehr gespannt, was du zum Thema „Salz“ zu sagen hast …

      • Der Artikel ist im Prinzip fertig, aber irgendwie ist der nicht so toll geworden. Er dreht sich im Kreis habe ich das Gefühl. Ich muss den nochmal überarbeiten.

  1. Tolles Rezept muss ich demnächst mal probieren.
    Habe mir die Tage die „vegane soja köttbullar“ gekauft und fand diese sehr lecker.
    Da ich einfach zu viel Fleisch konsumiere und auf leckere alternativen zurückgreifen will die auch gut sättigen.
    Bin aufjedenfall schon sehr gespannt.

    Für alle die wissen wollen wie die Gewürzmischung „Piffi Alkrydda“ gemischt wird und was rein kommt, hier ein Rezept ->
    http://www.kochbar.de/rezept/398900/Gewuerzmischung-Piffi-allkrydda-ala-Manfred.html

    • Hallo und danke für deinen Kommentar.
      Vielleicht könnten dir dann auch meine anderen Rezepte gefallen, einige kommen gut ganz ohne Fleischalternative aus, andere zeigen wie man Fleischalternativen selbst herstellt (Tipp: Such mal nach „Seitan“) und auch vegane Aufschnitte habe ich schon selbst gemacht. Und wenn es schnell gehen soll, dann schau bei IKEA in die Tiefkühltruhe, da gibt es vegane Gemüse-Köttbullar. Die sind auch mal ganz lecker.
      Und wenn du irgendwas hier vermisst und gerne wüsstest, wie das geht, dann lass es mich wissen.

      Danke für den Link, da „fehlt“ dann natürlich noch das Glutamat bei dem Rezept. Aber man kann es nehmen. Muss man aber auch nicht. Etwas Salz, Paprikapulver und Cayenne Pfeffer sind auch okay.

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