Doomed to eternity

Ein kurzes Update warum in letzter Zeit so gut wie nichts kam und danach erkläre ich noch, warum ich einen neuen Daumen brauche und daher einen Organspender suche.

Ich habe in letzter Zeit mit Krankheiten zu kämpfen. Einem konstantem Tinnitus um genau zu sein. Er ist 24/7 präsent und dazu kommen noch zwei oder drei weitere, die zum Glück nur gelegentlich auftreten. Dafür klopfe ich auf Holz. Die ersten Tage bin ich damit buchstäblich verrückt geworden. Ich war nicht in der Lage meinen mittäglichen Power-Nap zu machen, ich konnte Abends nur durch meine sehr geschätzte rote Brille einschlafen (und bin nicht bereit es ohne zu testen) (da das Geräusch halt stört und man dazu neigt im Bett immer hinzuhören).
Es hat ein paar Tage gedauert um mich einigermaßen zu ordnen und zu sortieren. Jetzt kann ich jedem nur raten bei einem Geräusch im Ohr, das länger als ein paar Minuten anhält oder ständig wiederkehrt a) sofort zum Arzt zu gehen b) viel zu trinken und c) viel Bewegung an der frischen Luft zu bekommen. Das ist wirklich wichtig. Tinnitus ist nur sehr bedingt überhaupt heilbar. Ein lange bestehender Tinnitus wird als überhaupt nicht heilbar angesehen. Und Tinnitus ist nicht – wie viele denken – ein gelegentliches Pfeifen im Ohr, sondern ein permanentes Geräusch, das niemals ganz verstummt.

Achtung, es folgt ein Abschnitt mit viel »Splatter and Gore«, zarte Gemüter sollten nicht weiterlesen.

Außerdem habe ich mir vor einiger Zeit mit einem stumpfen Messer in den Daumen geschnitten. (Darum bitte immer scharfe Messer verwenden, damit schneidet man sich seltener.) Das Messer ging durch den Fingernagel und in das Fleisch. Ich habe geblutet ohne Ende (was gut ist, weil dadurch die Bakterien ausgewaschen werden) und bin sofort zum Arzt. Der meinte es wäre gut, dass ich kein Fleisch geschnitten hätte (haha!), weil das ein hohes Keimpotenzial hätte. Jedenfalls konnte ich den Daumen eine Zeit Lang fast gar nicht benutzen. Jetzt kann ich das meiste wieder erledigen und auch wieder Rad fahren (und ich bin auf das Rad angewiesen, nun, auf die Räder. Was soll ich mit nem Auto? Pfft, Geldverschwendung. ^^ )
Der Nagel ist natürlich immernoch gespalten und wenn man nicht aufpasst, bleibt man immer irgendwo hängen und reißt die angewachsene Haut wieder ab. Darum trage ich immernoch ein dickes Pflaster zum Schutz. Aber das ist die Sache:

Der gespaltene Teil wird niemals ganz rauswachsen. Ich brauche eigentlich einen neuen Daumen, oder muss auf ewig ein Pflaster tragen. Warum? Einfach:

Nehmen wir mal an, dass in einem Monat der gespaltene Teil zur Hälfte rausgewachsen ist. Dann wird er in weiteren 2 Wochen eine weitere Hälfte herauswachsen. Noch eine Woche für die nächste Hälfte und so weiter. Also wächst er 1/2; 1/4; 1/8; 1/32; … heraus. Das bedeutet, er wird niemals ganz rauswachsen. Ich werde bis in alle Ewigkeit, also unendlich lange einen Spalt im Fingernagel haben.

Nun, nein, nicht wirklich. Das Ganze ist eine Variation des Teilungsparadoxons nach Zenon. Und das ist schon kein Paradoxon mehr. Die Folge oben konvergiert, das heißt sie hat einen Grenzwert (Limes) und nähert sich damit immer weiter einer Zahl an, in diesem Falle der Null. Die Folge »geht gegen Null«. Unendliche Folgen können dann endliche Summen haben. Daraus ergibt sich später, dass der Fingernagel mit der Zeit über das Ende des Nagelbettes hinaus wächst, wenn er genug Zeit dafür hat. Darum brauche ich zum Glück kein Transplantat.
Eine ausführliche Lösung für das Problem findet man sicherlich nach einer kleinen Internetsuche. Wenn ihr euch die Arbeit nicht machen wollt, dann lasst euch einfach gesagt sein, dass man mit ausreichend Zeit alles machen kann, selbst die Unendlichkeit verkürzen.

Wenn ihr hingegen ein Paradoxon zum drüber nachdenken haben wollt, wie wäre es damit?:
Ein Hotelier hat unendlich viele Zimmer und jedes einzelne ist gebucht. Es kommt ein neuer Gast und möchte einchecken. Der Hotelier weist den Gast nicht ab, sondern gibt ihm ein Zimmer. Das macht er indem er den Gast in Zimmer 1 in das Zimmer 2 verlegt, den von Zimmer 2 auf Zimmer 3 und so weiter. Damit wird das erste Zimmer für den neuen Gast frei. Da es unendlich Zimmer gibt, die zwar alle belegt sind, dieses Prinzip aber unendlich fortgeführt werden kann, muss der Hotelier niemanden abweisen und niemanden rausschmeißen. Das Paradoxon heißt Hilberts Hotel nach David Hilbert.

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5 Gedanken zu “Doomed to eternity

    • Als Formalwissenschaft hat sich die Mathematik daran anzupassen, was real abläuft, insofern sie reale Phänomene messen möchte, nicht anders herum. Darum funktioniert es auch und wenn es einmal ein Rätsel gibt, so kennen wir nur noch nicht die Antwort. Du würdest dich wundern wie exakt der Körper und seine Vorgänge berechnet werden können. ;)

      • Naja nicht bei einem Schullehrer, so viel ist schonmal klar. xD
        In der Schule habe ich bis auf Biologie und Geschichte jedes Fach gehasst. Und Biologie zuletzt auch, weil es Chemie 2.0 wurde. Am besten ist man vergisst alles was man da gelernt hat schleunigst und informiert sich selbst, dann machen Wissenschaften nämlich auch Spaß. ^^
        Wenn du dich darüber informieren willst empfehle ich das Internet. Es gibt Kanle auf Youtube die sehr gut sind. Oder ein Thema raussuchen und stundenlang Internetseiten dazu lesen. Es gibt gelegentlich sogar kostenlose Hochschulseminare die über das Internet angeboten werden.

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