Subventionen: Warum sie immer an die Falschen gehen.

Seit langem ist man weithin der Meinung: Jobs werden von Unternehmern gemacht. Unternehmen als Arbeitgeber stehen daher im Zentrum des Interesses der Politik, besonders in Zeiten großer Arbeitslosigkeit. Dann kommt auch stets irgendein Politiker daher und will einem Unternehmen mit Subventionen unter die Arme greifen. Subventionen hier, Subventionen da. Für alles gibt es Subventionen. Zum Beispiel für den Bau einer neuen Fertigungshalle. Selbst wenn es aktuell kein Förderungsprogramm gibt, wenn ein Unternehmen als wichtig genug erscheint wird es auf jeden Fall von irgendwoher eine Subvention bekommen. Sei es von der EU, dem Land, in welchem die Fertigungshalle errichtet werden soll. Denn Fertigungshallen schaffen Arbeitsplätze. Das gebietet uns die Logik, oder nicht?
Es ist doch klar, dass eine neue Fertigungshalle Jobs zur Verfügung stellt. Selbst wenn dort viele Maschinen eingesetzt werden, so kommen doch zumindest ein paar Jobs dabei raus, denn ganz ohne den Mensch geht es bisher noch nicht. Doch wie viele Jobs werden zur Verfügung gestellt, wenn man eine Fertigungshalle für, sagen wir, 780 menschliche Arbeitsplätze baut? Naja, 780. Aber wenn man dann eine ebensolche Halle für 1.000 Arbeitsplätze schließt? Damit hat man -220 Arbeitsplätze erschaffen. Oder anders gesagt: 220 Arbeitsplätze vernichtet.
Passiert nicht sagt ihr? Passiert ständig, sag‘ ich. Mit all den möglichen Subventionen ist es sogar günstiger einfach eine neue und kleinere Halle zu bauen, als eine bestehende zu verkleinern oder zum Teil brach liegen zu lassen. Denn auch ein ungenutzter Teil einer Fertigungshalle verursacht laufende Kosten.

Indem wir Unternehmern Geld geben, machen wir die Reichen einfach nur reicher. Und alle anderen Steuerzahler ärmer. Was genau ist denn dann das Problem? Nun, das Problem ist, dass wir keine Nachfrage generieren, wenn wir Unternehmern Geld geben. Wenn ich einem Unternehmer einen Blankocheck gebe, dann hilft das niemanden, weil der Unternehmer dadurch keine Kunden gewinnt. Gebe ich den selben Check einem Menschen, der auf der Straße lebt, kauft dieser sich vermutlich einen Anzug, etwas zu Essen, eine kleine Wohnung und sucht dann nach einem Job. Warum tut er das? Weil er plötzlich a) das Geld und b) die Sicherheit dazu hat. Dieser Bettler würde mit 10.000€ schon mehr Jobs erschaffen als ein Unternehmer es mit 10 Millionen Euro könnte. Er steigert nämlich die Nachfrage nach Anzügen, Nahrungsmitteln und Wohnungen. Nachfrage ist das Produkt aus Sicherheit und Liquidität.
Wenn der ehemalige Bettler nun in den eigenen vier Wänden wohnt, so verbraucht er auch Strom, Wasser, Gas, zahlt Steuern, er braucht weitere Kleidung, Nahrungsmittel und so weiter. Dadurch wird eine langfristige Nachfrage generiert. Eine neue Halle generiert nur eine kurzfristige Nachfrage, besonders wenn die alte Halle dann stillgelegt wird. Wir subventionieren also die Falschen.
Auch ein Reicher, der immer reicher wird kann nicht mehr Nachfrage generieren. Ab einem bestimmten Punkt ist Schluss. Jeder kann nur ein Auto fahren. Einen Anzug tragen, ein Haus bewohnen. Darum kauft niemand 10.000 Autos. Niemand kauft 10.000 Anzüge. Außer 10.000 Leute die einen Job suchen, die kaufen die Anzüge. Und 10.000 Leute mit gesichertem Einkommen, die kaufen so viele Autos.
Und das ist genau der Punkt: Investition. Wenn niemand Geld ausgibt, kann niemand Geld verdienen. Und wenn niemand Geld verdient, wird auch niemand neue Arbeitsplätze schaffen. Kein Unternehmer beschäftigt Mitarbeiter, die er gar nicht braucht. Wenn derselbe Unternehmer aber plötzlich mehr Nachfrage bekommt, dann baut er auch mit seinem eigenem Geld die neue Halle. Aber dann ohne die alte stillzulegen. Denn zur Nachfragebefriedigung muss er die Produktion ausweiten. Arbeitsülätze entstehen durch das Zusammenspiel von Unternehmern und Nachfragendem.

Die einzige logische Konsequenz daraus kann also nur sein: Allen Menschen mit wenig Geld und Besitz Geld geben. Diese Menschen fragen dann mehr Besitz nach, den sie sich vorher nicht leisten konnten. Dadurch erschaffen sie Arbeitsplätze. Und dann reduziert sich die Arbeitslosenzahl.
Also her mit dem Grundeinkommen! Eine gerechtere Subventionierung und sinnvollere Investition in die Zukunft gibt es nicht. In eine Zukunft mit Wachstum und vor allem: Nachfrage.
Denn wer wagt die meisten Investitionen und tätigt die meisten Einkäufe? Genau! Jemand dessen Überleben gesichert ist. Hartz IV straft damit also auch die Falschen ab. Wenn jemand noch ein wenig Geld auf dem Konto habt soll er erstmal das ausgeben? Was für ein Unsinn! Gerade in einer Krise hat man an nichts mehr Interesse als an Liquidität. Eine ausgezeichnete Idee also, den Leuten diese zu nehmen. Wenn jemand seinen Notgroschen hergeben soll, wird er davon ganz bestimmt etwas nicht unbedingt lebensnotwendiges kaufen.

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