Google is evil. Again.

Sie haben mich einen Verschwörungstheoretiker genannt. Sie haben mich als Narren hingestellt. Sie haben mich paranoid geschimpft. Nun aber können sie es nicht mehr leugnen, denn Google gibt es stolz geschwellter Brust zu: man überwacht die Kommunikation der Nutzer durch Google Mail. Nicht nur Behörden der US und des UK, sondern auch private Akteure wie Facebook und Google überwachen euer Verhalten im Internet, das hätte eigentlich jedem klar sein sollen, aber scheinbar braucht es ein besonders großes Kaliber um die Filter des menschlichen Hirns zu durchschlagen. Kaum jemand realisiert es, kaum einer will es wahr haben, aber das ändert nichts an der Realität. Nun auch zum Nachlesen:

»Unsere automatisierten Systeme analysieren Ihre Inhalte (inklusive E-Mails), um Ihnen persönlich relevante Funktionen unserer Dienste zu bieten, darunter personalisierte Suchergebnisse und Werbung sowie Spam- und Malware-Erkennung. Die Analyse erfolgt, wenn Inhalte versendet, empfangen und gespeichert werden.«

Übersetzung einer Passage aus den Gmail AGB auf Englisch.

Also das ist interessant, nicht wahr? In Deutschland ist das hochgradig illegal, solange kein Einverständnis der Nutzer vorliegt. Aber ihr könnt euch selber ausmalen, ob Google daran Anstoß nimmt. Es ist auch nur eine Frage der Zeit, bis dies in den deutschen AGB vorkommt, diese sind nämlich jetzt schon so voller Rechtsverstöße, dass das den Kohl nun auch nicht mehr fett machen würde.
Im Klartext steht da geschrieben: Google überwacht den E-Mail-Verkehr, der über das G-Mail Konto geht um daraus personenbezogene Werbung und Suchergebnisse zur Verfügung zu stellen. Außerdem wird euer Spam-Filter scheinbar so konfiguriert, dass er alles durch lässt, was
euch interessieren könnte. Die Werbung ließe sich verschmerzen, auch die Sache mit dem Spamschutz ginge noch mit der Nutzung eines Clients wie Thunderbird. Aber die Suchergebnisse zu beeinflussen ist ein starkes Stück. Denn es hat Auswirkungen darauf, was ihr wie, wann und wo über die Google Suche findet. (Und wer, wann, wo und wie gefunden wird.) Die ersten 20 Einträge könnten in Zukunft einfach Werbung oder Schlimmeres sein.

Wer jetzt noch Google Mail benutzt muss entweder völlig verrückt, oder ziemlich hartgesotten sein. Sowas sollte man sich eigentlich nicht bieten lassen. Aber ist es bei anderen Anbietern anders? Ja und nein. Es gilt die goldene Regel: Wann immer ihr nichts bezahlt, seid ihr das Produkt, das verkauft wird. Aber immerhin halten sich deutsche Anbieter in der Regel an deutsche Gesetze. Daher wäre es an der Zeit darüber nachzudenken sich einen Anbieter zu suchen, der euch zwar ein paar Euro im Monat kostet, aber euch dafür auch in Ruhe lässt.

Die Alternative: E-Mails verschlüsseln. Das geht mit Thunderbird super einfach, ist kostenlos und bombensicher.
Und suchen? Mit Startpage.com. Das sind im Großen und Ganzen die Suchergebnisse von Google, aber Übersendung eurer Daten.

Quelle: http://www.golem.de/news/google-agb-verdeutlicht-werbesuche-in-gmail-1404-105877.html

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2 Gedanken zu “Google is evil. Again.

  1. Danke für den Hinweis! Daß mein Google-Suchen überwacht und weitergeleitet wird, habe ich schon seit einiger Zeit daran gemerkt, daß die Reklame-Hinweise, die bei mir auftauchen, immer erstaunlich genau zu meinen aktuellen Interessen passen. Ich werde mir überlegen, ob ich Deinem Rat folge und ein anderes Suchsystem benutze. Ich hab nur das Problem, daß ich mich mit der technischen Seite des Internets überhaupt nicht gut auskenne und dazu auch noch keine Lust auf diesen ganzen Kram habe und auch extrem sparen muß zur Zeit.. Ich werd es mal weiter beobachten und dann entscheiden, bzw. besprechen, was oder ob ich da was verändere. Allerdings muß auch für Google und seine Klienten klar sein, daß von mir keine großen Geldflüsse zu erwarten sind, bzw. fast gar keine. Ich denke mal, daß solche „armem“ Leutchen wie ich oder wir garnicht so interessant sind, oder?

    • Das Gegenteil ist der Fall. Oder naja. Im Prinzip ist jeder Nutzer die Zielgruppe, weil es so extrem billig ist personalisierte Werbung zu realisieren. Das System wird einmalig eingerichtet und kostet vielleich ein paar tausend USD, wenn es hoch kommt. Wenn das erstmal läuft kostet es Google vermutlich nur Strom und ein paar MB an Speicherplatz um dich mit all der Werbung zu versorgen, die zu dir passen könnte. Wenn du in einem Jahr nur eine Werbung auf Google anklickst, haben die vermutlich bereits alle Kosten raus, die du denen in diesem Jahr verursacht hast. Das geht nur mit personalisierter Werbung, weil die erheblich wertvoller und damit teurer für den Werbeschaltenden ist als jede andere Form der Werbung.

      Wie auch immer. Wenn du nicht viel Ahnung von der technischen Seite des Internets hast, empfehle ich dir den Tor Browser zu verwenden. Tor stellt dir auch einige ganz einfache Richtlinien zum Verhalten zur Verfügung. Wenn du die einhälst und Tor verwendest bist du ziemlich schwierig zu identifizieren. Das hat bisher nur die NSA geschafft und die hat in der Regel wirklich mehr Interesse an „Terroristen“ als an uns. (Was natürlich nicht heißt, dass sie uns einfach ausspionieren dürfen.)
      Ansonsten wäre es auch möglich ohne Tor eine relative Privatssphäre zu schaffen (nicht so gut wie mit Tor, dafür aber mit Plugins), aber das ist eher für fortgeschrittene User zu empfehlen.
      Was aber jeder Nutzer verstehen muss ist, dass in der digitalen Welt jeder die Zielgruppe ist. Die Piratenpartei versucht den Menschen das seit Jahren klar zu machen. Leider mit mäßigem Erfolg, weil wegschauen einfacher für die seelische Gesundheit ist.

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