Vatertag, Christi Himmelfahrt, wer steigt denn da noch durch?

Kurioserweise ist eigentlich der dritte Sonntag im Juni Vatertag. So wie der zweite Sonntag im Mai Muttertag ist. In den USA, wo beide Tage ihre Wurzeln haben, ist das auch durchaus heute noch so wie es einmal eingeführt wurde. Hierzulande hatte sich dann zunächst der Muttertag durchgesetzt. Im Zuge der Kontergleichberechtigungsbewegungsbewegung wurde dann auch der Vatertag in Deutschland durchgesetzt. Dabei kam allerdings irgendein Klappstuhl auf die absurde Idee, dass es ja doch ganz schön wäre an so einem Tag den Bollerwagen vom Sohnematz zu entweden, mit reichlich Alkoholika zu befüllen und grölend durch die Gassen zu ziehen. Wenn der letzte Tropfen im Bollerwagen dann aufgebraucht ist findet man Papi wahlweise im Gebüsch, auf der heimischen Veranda in der stabilen Seitenlage oder auf der lasziven Babysitterin. Möglicherweise auch eine Kombination aus den Dreien. Und für derlei Ausschweifungen ist ein Sonntag eher ungeeignet. Ein arbeitsfreier Donnerstag mit Brückentag und langem Wochenende im Rücken ist da doch viel angenehmer.
Es kann demnach nicht verwundern, dass ich diesen deutschen Pseudo-Vatertag mit jeder Faser meines Körpers ablehne. Zumal sich dieser Unbrauch auch bei heranwachsenden und jungen Erwachsenen durchgesetzt hat. Man wird garantiert, mit absoluter, metaphysischer Gewissheit niemals irgendeinem Proll mit Bollerwagen „wandern“ sehen, wenn gerade – keine Ahnung – Karfreitag oder einfach nur Freitag ist. Aber Christi Himmelfahrt bringt sie irgendwie alle zum… „wandern“. (Wobei diese Bezeichnung überaus frei ausgelegt werden kann.) Und diese retro-evolutionären Säufer sind garantiert keine Väter. Und sind sie es doch, dann gute Nacht.
Also nein, neinnein, Christi Himmelfahrt darf gern den Christen ihr Feiertag bleiben. Vatertag ist dieses Jahr am 15. Juni, da können wir dann nochmal drüber reden.

Bei den Freunden in Österreich ist der zweite Sonntag im Juni Vatertag, genau analog zum Muttertag. Und vielleicht mag man mir mal berichten wie das da so abläuft. Wenn es keine Bollerwagen und Alkohol beinhaltet, verstehe ich aber schon, warum Deutschland damals die alleinige Kriegsschuld gegeben wurde. – Niemand mag Deutschland. Niemand, außer der wachsenden patriotischen Minorität. Ich bin in einem Deutschland aufgewachsen, in welchem man sich dafür geschämt hat ein Deutscher zu sein. Und dieses Deutschlad will ich zurück haben. Zumal es streng genommen gar nicht als souveräner Staat existiert. Wie kann man patriotisch sein, wenn das entsprechende Land nicht existiert?

In der Schweiz hingegen ist alles – wie immer – viel besser. Zumindest laut Wikipedia. Da heißt es nämlich, dass der Vatertag ein Tag für Vater-Kind-Unternehmungen ist. Das finde ich super: weniger Kommerz, mehr Familie. Aber wenn Wiki lügt, so kläre man mich gerne auf.

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Ein Gedanke zu “Vatertag, Christi Himmelfahrt, wer steigt denn da noch durch?

  1. Als Quotenschweizerin nehme ich die Gelegenheit, über die lokalen Bräuche zu informieren, doch gerne wahr ;). Leider gibt’s da aber vorliegend nicht viel zu informieren. Ich könnte mich jedenfalls nicht erinnern, in meiner Kindheit an irgendeinem bestimmten Tag im Frühling etwas mit meinem Vater unternommen zu haben. Keine Ahnung also, ob Vater-Kind-Unternehmungen da tatsächlich gehäuft von statten gehen. Ich habe einmal gehört, dass im Tessin Vatertag gefeiert würde, aber ich glaube, der war im April oder so.

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