Herzkrankes Deutschland

Es ist schon erstaunlich in was für einer verrückten Welt wir leben, in der eine schwere, risikobehaftete und vor Allem unglaublich teure Operation am Herzen komplett von den Kassen übernommen wird, während für ein bisschen Sport keine Mittel da sind. In der zwar Pillen für und gegen alles mögliche, Sport aber nur ganz selten verschrieben wird.
Ganz Deutschland, ach was ganz Europa, nein der ganze Westen… naja eigentlich die ganze Welt ist herzkrank. Die einen haben Herzrasen, die anderen Bluthochdruck (Hypertonie) und die anderen einen zu geringen Blutdruck (Hypotonie). Und wenn keines davon zutrifft fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, der findet schon etwas wogegen er sie behandeln kann.

Ein paar Zahlen: Im Jahre 2009 wurden durchschnittlich 1.252 Herzoperationen pro eine Million Einwohner in jedem Bundesland vorgenommen. Insgesamt sprechen wir von 20.025 je eine Million Einwohner. Das sind dann etwa 1.617.560 Operationen am Herzen in ganz Deutschland im Jahre 2009, also plus-minus 2 % der Gesamtbevölkerung Deutschlands. Und das muss man sich jetzt mal durch den Kopf gehen lassen: zwei Prozent. Das ist eine ganze Menge. 1,6 Millionen Menschen… das sind mehr Menschen als in München 2012 (1,388 Mio.) lebten. Und ich kann euch garantieren, dass diese Zahlen seit 2009 gestiegen sind. Es werden immer mehr.

In den Operationen ist natürlich alles mit drin, das können angeborene Herzklappenfehler oder Bypass-Operationen sein. Aber es kann als gesichert betrachtet werden, dass der überwiegende Teil sich auf »alters- und/oder stressbedingte Herzleiden« beziehen werden. Bypass-Operationen, Stents und die umstrittene renale Denervation (RDN-Therapie), bei der Nervenbahnen zwischen Herz und Niere zerstört werden um langfristig den Blutdruck zu senken. Die US-Studie SIMPLICITY hat Anfang des Jahres zwar gezeigt, dass die Wirksamkeit der RDN-Therapie nicht nachgewiesen werden kann (um es mal vorsichtig auszudrücken), dennoch wird sie in Deutschland weiterhin durchgeführt und komplett von den Kassen übernommen. Was die Kassen ebenfalls übernehmen, sind diverse Medikamente gegen Hypertonie. Da gibt es eine weite Bandbreite an Medikamenten und nicht selten wird der sog. Herzpatient genötigt bis zu acht Präparate einzunehmen. Was die Pharmakonzerne da für Umsätze generieren ist enorm…. um nicht zu sagen: infam. Sportübungen für Herzpatienten werden hingegen nur zu einem kleinem Teil übernommen. Diese Übungen speziell für Menschen mit Krankheiten am Herzen sind auf schulische Turnhallen angewiesen, da hier einfach die Mittel fehlen.
Dabei ist gerade Sport ein vielversprechender Therapieansatz bei
Risikopatienten. Diese sind häufig übergewichtig, Raucher, starkem Stress ausgesetzt oder ernähren sich schlicht zu ungesund. Oder eben eine Kombination aus alledem. Ein sportlicher Ausgleich fehlt in der Regel völlig; Couch und TV aber nie. Ein Bypass muss gesetzt werden wenn ein Herzkranzgefäß verstopft und ein Stent, wenn das Gefäß verengt ist. Was jedoch nur wenige wissen: der Körper baut sich seine Bypässe selbst und kann mit gesunder Ernährung Engpässe lösen. Engpässe entstehen unter Anderem durch Ablagerungen in den Gefäßen. Cholesterin ist hier ein häufiger Sündenbock, aber auch Calcium und andere können sich ablagern. Egal ob Engstelle oder kompletter Verschluss: das Blut sucht sich in jedem Fall einen Umweg über kleinere Nebengefäße. Erhalten diese zu viel druck können sie platzen. Das nennt sich dann einen Infarkt. Der Körper kann bei regelmäßiger sportlicher Aktivität und gesunder Lebensweise diese Nebengefäße stärken und sogar neue aufbauen, sodass das Risiko auf einen Infarkt deutlich sinkt. Das kann im Prinzip jede sportliche Aktivität leisten, egal ob speziell für Menschen mit Hypertonie oder ob gewöhnliches Joggen, Radfahren, Schwimmen.Ärzte raten tlw. jedoch ausdrücklich von ausgedehnter sportlicher Aktivität bei Hypertonie ab.

Dennoch sind Kardiologen oftmals sehr eilfertig mit ihrem Rezeptblock und verschreiben die teuren Medikamente gegen Bluthochdruck beinahe jedem ab einem gewissem Alter und bei Überschreiten des Blutdruck Normalwertes. Dabei orientiert man sich an den Werten, die die World Health Orgganization (WHO) zusammen mit der International Society of Hypertension (ISH) als Grenzwerte vorgegeben haben. Diese Wertes sind regional unterschiedlich und wurden bereits einmal gesenkt.
Wie bereits erwähnt bekommen Patienten oftmals bis zu acht verschiedene Medikamente zur Senkung des Blutdrucks. Dabei treten Nebenerkrankungen auf, die dann ebenfalls medikamentös behandelt werden, wodurch noch einmal etwa acht weitere Präparate hinzu kommen. Inwiefern es dabei zwischen den Medikamenten zu Wechselwirkungen kommt kann niemand mehr kontrollieren. Das ist jedoch nach wie vor alltäglicher Wahnsinn, obwohl Probleme bei der Interaktion zwischen Arzneimitteln heutzutage die vierthäufigste Todesursache weltweit sind.
Hinzu kommt die Tatsache, dass diese Medikation bei vielen Menschen scheinbar keine Wirkung erzielt.
Tatsächlich bleibt der Blutdruck auch mit Medikamenten weiterhin erhöht. Und das völlig absurde: auch nach RDN-Therapie bleibt die Medikation (vorerst, wie behauptet wird) bestehen.

Was die Krankenkassen für diese ganzen Medikamente und Operationen bezahlen übersteigt das Vorstellungsvermögen der Empfänger dieser Leistungen und möglicherweise auch das der Ärzte, die diesen Wahnsinn unterstützen.

Wenn ihr eine gewohnt sarkastische Einschätzung haben möchtet, stellt sicher, dass ihr meinen gonzo-journalistischen Folgeartikel in der nächsten Woche lest.

Quellen:

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