Oh liebes Gesundheitssystem, warum bist du so scheiße …?

»…so scheiße, so scheiße, so scheiße, so scheiße warst du nie!«

Bitte vorher diesen Artikel lesen, sonst wisst ihr nicht worum es geht.

Ist es nicht unfassbar? Da werden Millionen und Milliarden aus dem Fenster geschmissen, ohne dass es eine Besserung für den Patienten bewirkt. Und dabei gibt es dann noch zwei Arten von Patienten: der erste Typus, der einfach in die Kategorie Herzkrank gesteckt wird, obwohl es ihm gut geht und dann die Zweite. Und womöglich weitaus häufigere. Die zweite Kategorie, in der der Patient raucht, Unmengen an Fleisch und Milchprodukten in sich reinstopft und sich stets seinen Weg um die Salatbeilage beim Schnitzel Jäger-Art an der Frittenbude bahnt. Dabei gibt es dann noch die Unterart von »Dicker Deutscher«1, die bei Bärbel – oder was immer es für Talkshows es heutzutage gibt – und RTL auftritt und halbnackt die Fettwülste in die Kamera hält; anscheinend auch noch super zufrieden mit dem Status Quo. Ob nun grlücklich mit dem Übergewicht oder nicht, eines steht fest: wer abnehmen will der nimmt auch ab. Nur in ganz seltenen Ausnahmefällen ist dies nicht ohne Weiteres möglich. Dabei ist es egal ob Mutter, Vater, Onkel, Tante auch alle fett sind. In den meisten Fällen sind Ernährung und allgemeine Lebensumstände schuld, mitnichten »die Gene«.
Und diese Leute pochen nun auf ihr »Recht« gegen die ganze Scheiße behandelt zu werden, die sie sich selbst angetan haben. Das ist als würde man sein Haus anzünden und von der Versicherung verlangen für den Schaden aufzukommen. Ganz genau: es ist Versicherungsbetrug. Warum soll die Gemeinschaft der Beitragszahler dafür aufkommen, dass der, dem nie an seiner Gesundheit gelegen war nun Mittel gegen Bluthochdruck bekommt? Das ist doch Irrsinn! Da kann man ihn einfach zum Sport überreden, indem man ihm den gesamten Betrag der Meds zahlen lässt, bis er bereit ist den – dann von der KK übernommenen – Sport mitzumachen. Wenn das nicht gerade Krösus ist, wird er sicher nach wenigen Monaten schon finanziell so ruiniert sein, dass Sport plötzlich viel attraktiver erscheint. Und warum sollte das nicht gehen? Man zwingt Hartz-IV-Empfänger ja auch zur Arbeit, der Unterschied is nur, dass Arbeit krank macht2 und Sport unter Anleitung eines Physiotherapeuten oder Arztes eher nicht so sehr.

Besonders absurd wird es, wenn man bedenkt, dass diese ganzen Medikamente häufig nicht den gewünschten Effekt haben. Dann kommt der Kardiologe mit so einem Spaß wie der renalen Degeneration um die Ecke. Deren Wirksamkeit konnte SIMPLICITY zwar nicht beweisen, aber was soll’s? In den USA wird die RDN-Therapie zwar aufgrund dieser Studienergebnisse nicht angewendet, aber man muss ja nicht alles machen was die USA machen, oder? Richtig, aber wenn in den USA irgendwas nicht gemacht wird, dann sollte einem das wirklich zu denken geben.
Aber »Denken ist Glückssache«, wie mein Vater sagen würde, darum wird fröhlich weiter operiert.
Ob dazu überhaupt ein Grund besteht, danach fragt niemand. Und tatsächlich ist es höchst fraglich. WHO und ISH haben ihre Richtwerte von 1999 bereits im Jahre 2003 wieder verändert. Gesenkt um genauer zu sein. Woher kommen diese Werte überhaupt? Man kann ja nicht einfach irgend eine Zahl nehmen und sagen, dass das jetzt der Normalwert sei. Genausowenig kann man den Durchschnittswert von ganz vielen Menschen nehmen, denn das wäre, nun ja, ein Durchschnittswert, kein Normalwert. Also woher kommt das? Was ist normal? Der Wert von Hein Blöd, der zwar schlank aber nicht gerade sportlich ist? Das könnte hinkommen, aber was ist daran dann bitte normal? Noch viel schöner ist ja, dass dieser »Normalwert« regional unterschiedlich ist. Würde man alle Hypertoniepatienten jetzt auf eine einzige Insel verfrachten, was wäre dann der Normalwert?
Ich behaupte man kann solch einen Wert gar nicht festlegen, sondern muss individuell schauen, was für den Patienten angemessen ist. Wenn ich einen Hochleistungssportler mit »erhöhtem« Blutdruck vor mir habe, sollte ich mal in mich gehen, bevor ich ihn gleich mit in die Risikogruppe stecke. Und das tun die meisten Ärzte zum Glück auch. Die sind da sehr genau mit den Fragen. Das ist dann immer schön, wenn man übergewichtig ist – und da spreche ich aus früherer Erfahrung – und der Arzt mit einem süffisantem Grinsen fragt: »Treiben Sie viel Sport?«

Nein, nein, nett ist das nicht, aber sagt man etwas anderes als »ja«, wird man mit einem Schlag zum Risikopatienten. Das ist so aber nicht tragbar. Jemand mit 35 Jahren und 200 kg Körpergewicht bei einer Größe von 1,80 m hat sicherlich einen hohen Blutdruck. Aber was solls? Die Person in diesem Körper ist ja auch irgendwie ein Hochleistungssportler, denn es ist gar nicht einfach so viel Gewicht in Bewegung zu setzen. Aber wie dem auch sei: solch eine Person hat erstmal ganz andere Probleme als Bluthochdruck und ein Herzinfarktrisiko. Ein Herzinfarkt würde in der Tat lediglich den Job der Evolution erledigen. Früher wäre das wohl das wild gewordene Mammut oder was auch immer gewesen. Der einzige Grund, weshalb wir heutzutage mit so viel Übergewicht tatsächlich überleben können ist, dass wir nur ein paar Meter laufen, ach was sag ich, fahren brauchen um uns unser Mammutsteak auf den Teller zu klatschen. In früheren Zeiten hat man dafür noch sein Leben aufs Spiel setzen müssen. Da konnte man es sich nicht leisten übergewichtig zu sein. Also natürlich ist da dann der Blutdruck zu hoch, aber deswegen sollte man nicht in Panik geraten… Sondern eher wegen des Übergewichts! Ärzte müssen sich endlich mal Eier wachsen lassen und ihren Patienten klipp und klar sagen, dass sie fett, FETT, FETT sind! Na klar, es bedarf keines Superhelden, der das Offensichtliche ausspricht, um jemandem das klar zu machen. Die meisten Menschen wissen ganz gut selbst, wenn sie zu viel auf die Waage bringen. Aber es bedarf eines Superhelden – in diesem Falle reicht aber ab und zu auch ein Arzt – um dem Menschen zwei Dinge klar zu machen: 1. Dass seine Lebenserwartung durch das Übergewicht deutlich reduziert ist und 2. dass es eine Lösung für dieses Problem gibt.
Denn Abnehmen ist leicht. Glaubt mir oder lasst es bleiben, aber es ist nicht schwer. Und besonders
bei hohem Übergewicht verliert man schnell mehr als gesund ist, wenn man dann nur mal will. Wie gesagt ist es nicht so leicht 200 kg in Bewegung zu setzen. Ein ausgewogener und vorzugsweise veganer Ernährungsplan, kombiniert mit Sportübungen speziell für Übergewichtige und die ersten 120 kg sind schneller weg, als man sie eigentlich abnehmen sollte.
Aber es ist definitiv keine Lösung o.g. Patienten einfach mit Blutdrucksenkern vollzupumpen. Mit diesen Medikamenten ist es nur noch schwieriger abzunehmen, wenn nichtunmöglich. Und es bringt nichts es behandelt nur die Symptome, nicht die Ursache. Oder naja, da die Me
ds oft nicht helfen bekämpfen sie noch nicht einmal die Symptome. Sie kosten einfach nur Geld. Es ist die »Umverteilung der Reichtümer« mal umgekehrt. Also Kapitalismus in Reinkultur: die Reichen werden reicher und alle anderen werden arm. So einfach ist das.

Und dann gibt es auch noch die anderen Patienten. Jene mit zu niedrigem Blutdruck. Jener Typ, der schlank wie eine Bohnenstange ist. Für die Modebranche also ein »Asset«, solange dann noch Brüste dran baumeln. Solchen Menschen redet man ein sie hätten ein Problem und die Symptome seien sowas wie Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen oder Blässe. Kann alles tausende von Ursachen haben, aber es wird schon der Blutdruck sein, weil irgendjemand mal festgelegt hat was ein zu niedriger Blutdruck sei.
Ich hab gerade übrigens mal gemessen, mein Blutdruck liegt bei 94 zu 61 bei 67 Puls. Dabei gibt mein Messgerät mir schon eine Warnung aus. Ohne Ansehen meiner Person, denn es ist mitten in der Nacht und ich trage meine rote Brille, mein Melatoninspiegel ist also sehr hoch. Und zumindest, dass es mitten in der Nacht ist, weiß mein Messgerät auch. Am besten trinke ich jetzt Salzwasser um meinen Blutdruck zu »normalisieren«. Die sog.
Tagesmüdigkeit an der Menschen mit Hypotonie leiden, ist übrigens nichts anderes als der circadiane Rhythmus. Der Mensch versucht ja alles um dagegen anzukämpfen. Aber es wird nicht gelingen ihn zu überwinden. Nicht gänzlich jedenfalls. Der Mensch ist biologisch so konstruiert auch am Tage zu schlafen. Die Abwesenheit von Tagesmüdigkeit ist die eigentliche Krankheit.
Es kann natürlich trotzdem sein, dass Hypotonie zu Beschwerden führt, aber es ist unverantwortlich Betroffenen damit Angst einzuflößen. Einfach mehr Sport treiben. Die gleiche Lösung wie oben.

Was kann ich noch sagen? Eigentlich nur, dass Deutschland in die Hufe kommen und sich endlich mal bewegen muss, ansonsten wird es überrannt werden.

1In Anspielung auf das Lied »Dicke Deutsche« von Terrorgruppe

2Zumindest die Arbeit, die das sog. »Job Center« einem andrehen will.

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