Intermittierendes Fasten (II)

Wie in Teil 1 bereits beschrieben hat Michael Mosley eine Menge recherchiert. Dabei hat er sich auch mit aktuellem Essverhalten beschäftigt. Ein nicht unerheblicher Teil des Brennwerrtes, den viele heutzutage aufnehmen kommt von Getränken. Also Softdrinks1 oder Smoothies, gesüßtem Tee und Kaffee, Fruchtsäften und so weiter. Durch diese Energielieferanten (die nicht wirklich satt machen) sind auch die Abstände zwischen der Energieaufnahme immer geringer geworden. Die hohe Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln macht es noch schlimmer. Geht man einmal durch die Stadt kommt man nicht umhin an jeder Ecke einen wie auch immer gearteten Imbiss zu sehen, Caffés und Eisdielen soweit das Auge reicht. Ja sogar Saftbars gibt es inzwischen. Die Besitzer dieser Läden verkaufen ihren Kunden im Prinzip Viszeralfett. Die meisten Erwachsenen essen inzwischen dreimal täglich, das gilt als gesund, für manche sind es sogar vier oder fünf Mahlzeiten. Heutzutage vielleicht normal, aber nicht natürlich, denn die meisten Geschöpfe dieses Planeten sind biologisch darauf ausgelegt auch längere Fastenperioden zu überleben.

Aber »feasting instead of fasting«2 ist das Motto der Zeit. Es gibt sogar die Idee viele kleine Mahlzeiten würden helfen den Heißhunger zu vermeiden. Ich habe es probiert und das Gegenteil ist der Fall. Fakti ist – wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann – dass man ganz problemlos einen Tag und länger ohne Nahrungsmittel aushalten kann. Hunger zwischen drei Mahlzeiten am Tag gibt es nicht. Das ist riesengroßer Schwachsinn. Der Mensch hat nur verlernt zwischen »Hunger« und »Appetit« zu unterscheiden. Eine Tatsache, die sich sogar in der Sprache niedergeschlagen hat. So wünscht man vielerorts heute keinen »guten Appetit« mehr, man wünscht einen »guten Hunger« und meint dasselbe. Hunger hat man, wenn man den ganzen Tag im Schwimmbad mit Schwimmen verbracht hat oder drei Tage lang gewandert ist. Aber Appetit, den kann man immer haben, denn Appetit entsteht schon bei einem einzigem Gedanken an Essen. Und an Essen zu denken fällt leicht: wie gesagt stehen überall Imbissstuben mit ihren Gerüchen und in kaum einer Sitcom schaffen es die Drehbuchautoren eine gemeinsame Szene glaubhaft zu konstruieren, wenn kein Essen involviert ist. Essen ist mehr geworden als Nahrungsaufnahme. Es ist Genuss- und Suchtmittel zugleich.

Natürlich liebe ich als Koch gutes Essen und es ist für mich ein Stück lebensqualität, aber langsamen Suizid mit Messer und Gabel, wie Stephen King es in »Es« ausdrückt, muss man auch nicht begehen.
Fasten war mir zu extrem und kleine Mahlzeiten haben nicht funktioniert. Mein Leben lang schleppe ich mich schon mit leichtem Übergewischt rum. In meiner Kindheit zwischen 90 und 100kg bei einer Körpergröße von 1,70m. Vor einem Jahr habe ich erheblich abgenommen, aber die letzten 10kg wollten nicht mehr runter gehen. Außerdem ist mein Körperfettgehalt sehr hoch geblieben, trotz des Gewichtsverlustes. Darum habe ich intermittierendes Fasten probiert. Angefangen mit ADF werde ich vielleicht bald auf Mosleys »Fast Diet« umsteigen. Sobald mein Körperfettgehalt sich normalisiert hat. Im Moment bin ich endlich knapp unter 20%, mein Ziel ist ein Maximum von 10%. In meiner Familie gibt es Fälle von Diabetes Mellitus II und Herzinfakten. Hohes Körperfett kann ich mir nicht leisten. Vom Gewicht her habe ich aber schon Idealgewicht von ca. 64kg erreicht. Darum ist es wichtig eine Körperanalysewage zu haben, jeder kann normalgewichtig und trotzdem fett sein. Viszerales Fett sieht man nicht, es legt sicht um die inneren Organe, das macht es so gefährlich. Unten verlinkt findet ihr eine Tabelle mit all meinen Werten über einen längeren Zeitraum gemessen. Es war für mich sehr spannend zu sehen wie ich eine Menge abnehmen konnte und dennoch gegessen habe was und so viel ich wollte. Auch auf gutes Essen muss ich nicht verzichten. An Fastentagen ist es eben ein reichhaltiger Salat, wie zum Beispiel Chopped Salad. Salate schmecken übrigens super und haben meist nur wenige Kalorien. Das glaubt einem heutzutage auch nicht unbedingt jeder, wo eine Mahlzeit doch oft nicht komplett ist, wenn das Fleisch »fehlt«.

Es ist aber sehr erstaunlich, dass irgendetwas mich überzeugen konnte zu fasten, das hätte ich nicht für möglich gehalten. Aber intermittierendes Fasten ist so wissenschaftlich untermauert, dass es leicht fällt dem zu glauben und es wenigstens zu testen.
Wer Fett verlieren möchte oder muss, der hat mit intermittierendem Fasten jedenfalls ein mächtiges Werkzeug an der Hand. Ich habe es nicht nur als erstaunlich wirksam erlebt, sondern auch als relativ einfach. Einfacher jedenfalls als weniger zu essen, wenn noch so viel von dem leckerem Zeug da ist.
Ob es nun gleichzeitig vor Alzheimer, Diabetes II und kardiovaskulären Krankheiten schützt ist fraglich und darf bezweifelt werden, vermutlich wird sich das auch nicht final klären lassen. Dennoch: wenn das die möglichen Nebeneffekte sind, werde ich mich ganz sicher nicht darüber beklagen.

http://www.mediafire.com/download/wi6219susor08i1/ADF+K%C3%B6rperanalyse+Daten1.ods

Schauen wir uns kurz gemeinsam meine Ergebnisse an. (Die Datei bitte herunterladen, Mediafire hat scheinbar Probleme sie richtig anzuzeigen.) Als erstes fällt auf, dass ich tatsächlich einiges an Gewicht verlieren konnte. 4kg in einem Monat um genau zu sein. Das ist schon recht erstaunlich. Man kann sicherlich schneller abnehmen, aber die meisten können von einem kg in der Woche nur träumen. Aber so ein Wert allein sagt uns nicht viel, wichtiger sind die Werte der Körperanalyse. Hier sehen wir, dass 3,6%-Pkt. Körperfett (TBF) verloren habe. Das klingt nun nicht nach viel, aber es ist tatsächlich eine ganze Menge. Mit anderen Diäten kann man in einer Zeitspanne von 30 Tagen oft nicht so viel TBF verlieren. Schauen wir uns noch an, wie es sich mit meiner Muskelmasse verhält. Hier sehen wir, dass ich 1,3 %-Pkt. Mehr Muskelmasse (TBM) habe als zu Beginn der Aufzeichnungen. Das ist ein kleiner Wert, aber er ist da. Ich beginne nun auch mit Muskelaufbautraining um diesen Wert zu steigern. Was hier aber wichtig zu sehen ist: die Muskelmasse hat sich nicht verringert. Sie ist tatsächlich leicht angewachsen. Ganz anders also als beim Langzeitfasten.
Etwas unspektakulärer aber dennoch bemerkenswert: Mein Wassergehalt im Körper (TBF) ist um 3,6%-Pkt. Angestiegen. Bei anderen Diäten konnte man zeitweise feststellen, dass der Körper statt Fett einfach Wasser verloren hat. Das ist beim intermittierendem Fasten also auch anders. Zuletzt die Knochenmasse. Diese hat zwar abgenommen, es ist jedoch fraglich, ob dieser Wert in irgend einer Weise aussagekräftig ist. Woher soll meine Wage das wissen können? Ich messe dem wenig bis keine Bedeutung bei, meine Ärztin auch nicht. Und selbst wenn: Veganer haben eine sehr geringe Knochenmasse, während das Risiko für Brüche und Osteoporose dennoch sehr gering ist.

Quellen:

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1»Es ist schade, dass es keine Sünde ist Wasser zu trinken, […] wie gut würde es schmecken.« – Georg C. Lichtenberg

2Im deutschen funktioniert das Wortspiel leider nicht. Übersetzt etwa: »schlemmen statt fasten«.

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