Rezept: Pastatitsio

Mein Gott was habe ich Zeit und Schweiß in dieses Rezept gesteckt. Es ist schon etwas raffiniert, vielleicht eines der komplexesten auf diesen Seiten. (Darum kommt es auch mit einer Woche Verspätung.) Doch lasst euch davon nicht abschrecken! Es lohnt sich, denn das Ergebnis ist ein Nudelauflauf mit gut ausdifferenziertem Geschmack und dem gewissen Etwas von einer gehaltvolleren griechischen Küche.
Nice to know: Beim Pastatitsio haben ausnahmsweise mal die Griechen von den Italienern geklaut. Sonst haben die Römer sich ja alles von den Griechen geschnappt, was ihnen irgendwie gefiel, sogar die Götter. Der Pastatitsio ist jedoch entlehnt von den »Pasticcio«, eine Familie von herzhaften Kuchen.

Zutaten (4-6 Personen):

Pastatsio 2_Fotor_1Tomatensauce:

  • 500ml passierte Tomaten
  • 200g Soja-Granulat
  • 1-2 Zwiebeln (je nach Größe)
  • 2 Knoblauchzehen
  • 100ml Weißwein (ca.)
  • 1 TL Rosmarin, getr.
  • 3 Lorbeerblätter
  • Zimt
  • Zucker
  • Salz, Pfeffer (schwarz)
  • Gemüsebrühe

Béchamel:

  • 500ml Pflanzenmilch (ca.)
  • 4EL Mehl
  • 4EL Margarine
  • Muskat
  • Salz, Pfeffer (weiß)
  • 8EL Hefeflocken

Pasta:

  • 500g Maccheroncini (lange, dünne Maccheroni), alternativ Rigatoni
  • 3EL Hefeflocken

Zubereitung:

  1. Tomatensauce zubereiten.
    Stellt euch um Gottes Willen alle eure Zutaten zurecht!
    Soja-Granulat in Gemüsebrühe aufkochen und zwanzig Minuten beiseite stellen.
    Viel Olivenöl bei mittlerer Hitze im Topf erhitzen. Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln und im Öl glasig werden lassen. Etwas Zucker dazu geben und karamellisieren lassen. Kurz das abgetropfte Sojagranulat zugeben. Mit Weißwein ablöschen und mit den Tomaten auffüllen.
    Alle restlichen Gewürze zugeben und mindestens 20 Minuten abgedeckt köcheln lassen.
    An diesem Punkt ist es eine gute Idee das Wasser für die Nudeln aufzusetzen.
  2. Béchamel zubereiten.
    Erstmal eine normale Mehlschwitze machen. Dazu die Margarine bei mittlerer Hitze im Topf schmelzen und das Mehl (evtl. gesiebt) unter ständigem Rühren mit dem Schneebesen hinzugeben. Die Masse weiß ausschwitzen (unter gelegentlichem rühren einige Minuten bei mittlerer Hitze köcheln.
    Mit Milch unter ständigem Rühren auffüllen. Die Béchamel muss dicklich sein, dickt jedoch noch etwas nach, also etwas von der Milch beiseite stehen lassen.
    Mit Muskat, Salz und Pfeffer würzen und einige Minuten köcheln lassen.
    Das Wasser sollte nun kochen, also salzen und die Nudeln hinein geben. Die Eieruhr auf ¾ der ausgewiesenen Kochzeit stellen. (Wenn die Eieruhr klingelt müssen die Nudeln sofort abgegossen werden.)
    Den Ofen schonmal auf 180°C Ober-Unterhitze vorheizen.
    Die eingekochte Béchamel ggf. strecken und Hefeflocken zufügen.
  3. Backen.
    Die abgegossenen Nudeln mit Olivenöl und Hefeflocken vermischen. 2/3 der Nudeln in eine große (!) Auflaufform geben und mit der Tomatensoße übergießen. Die restlichen Nudeln darauf geben und mit Béchamel übergießen.
    Alles für 30 Minuten in den Ofen geben.
    Dies ist ein guter Zeitpunkt das Chaos in der Küche zu beseitigen.
  4. Gegen Ende der Backzeit den Ofengrill einschalten und die Béchamel gut bräunen.

Tipps:

  • Bei der Tomatensauce etwas mit der Hitze spielen. Besonders zum karamellisieren und ablöschen.
  • Die Brühe vom Soja-Granulat lässt sich natürlich blendend wiederverwenden und kann einen Tag im Kühlschrank gelagert werden.
  • Béchamel mit Hefeflocken darin hat bei mir längst den Hefeschmelz zum Überbacken von Aufläufen abgelöst. Hefeschmelz stinkt unter Umständen schrecklich und vielen schmeckt er einfach nicht. Eine Béchamel ähnelt Käse viel weniger, dafür geschmacklich aber oft angenehmer, riecht nicht unangenehm und vom Schwierigkeitsgrad vergleichbar.
  • Originale Pastatitsio enthält Ei und zerfällt daher nicht auf dem Teller. Sie zeigt einen wundervollen Querschnitt und steht auf dem Teller wie ein Stück Kuchen. Ich habe mich entschieden auf Bindemittel zu verzichten und zu akzeptieren, dass die vegane Variante nicht so hübsch anzuschauen ist. Trotzdem bin ich damit sehr zufrieden und ich habe schon gehört, dass es wie beim Griechen schmecken würde.
  • Herzlichen Glückwunsch! Dieses Rezept ist nicht einfach.
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4 Gedanken zu “Rezept: Pastatitsio

  1. Welche Pflanzenmilch benutzt du für die Bechamel? Hast du schon mal verschiedene Sorten dafür ausprobiert? Falls ja, welches Ergebnis gefiel dir am besten?

    • Ich habe Sojamilch verschiedener Anbieter probiert. Alpro ist hier nicht geeignet, zu süß. Ich empfehle eine herbere, hinterher schmeckt man den Sojageschmack kaum bis gar nicht mehr heraus. Reismilch sollte auch funktionieren. Hafer und Mandel würde ich persönlich nicht benutzen, weil der Geschmack mich hier stören würde.
      Gelingen sollte die Sauce in jedem Fall, also kann man Mandel und Hafer auch durchaus ausprobieren.

      • Das hast du aber mit allem was du aus Sojamilch machst. Alpro nehme ich wirklich nur zum direktem Verzehr oder halt für Kaffee, Tee, Kakao, usw. Ansonsten nimm zum Verarbeiten (Karrtoffelbrei, Soja Cuisine oder eben auch Bechamel, also alles was in herzhaftes Essen kommt) die günstigeren Marken um 1€ von Real oder auch in Bioläden. Welche Marke spielt dabei im Grunde keine Rolle, die schmecken alle gleich stark nach Bohne, aber im Essen merkt man es in aller Regel nicht.

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