Kundenundienst: Gaststätte im Kulturzentrum der Brunsviga

Mal die äußeren Rahmenbedingungen: Ich bin häufiger in der Brunsviga, dem sog. »Kultur- und Kommunikationszentrum« in Braunschweig. Dort werden vergleichsweise günstige aber unterhaltsame Theaterstücke dargeboten, sowie Kabarett, und alles Mögliche dazwischen. Es gibt auch viele Gruppenräume und eine kleine Gaststätte. In dieser Gaststätte gibt es eine recht breite Auswahl vegetarischer und veganer Speisen, die auch überwiegend gut schmecken, was man – auch in Anbetracht der jüngsten Ereignisse – einfach neidlos zugeben muss. Nur Kundenservice, den gibt es in der Brunsviga, zumindest der Gaststätte, nicht. Eher ein gutes Beispiel von Kundenundienst.Weiterlesen »

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Restaurantkritik: Vegan? »Kein Problem!« – Das Dubrovnik in Braunschweig.

Wenn man die Karte aufschlägt und die »Festtagskarte« 17 (?) Fleischgerichte und eine vegetarische Gemüsepfanne mit Käse überbacken enthält, dann kann der Abend nur schlecht werden, richtig? – Falsch! Der Geschäftsführer des Dubrovnik hatte vor der Reservierung bereits versichert gehabt, dass man da etwas machen könne und auch den Butterreis würde man vegan hinbekommen. Also gut.Weiterlesen »

Restaurantkritik: Punjabi in Braunschweig

In Braunschweig agitieren noch nicht viele Restaurants mit veganem Essen, wenn also eines mit »vegetarisch, vegan, Fleisch« wirbt, dann ist das etwas, was ich mir anschauen muss. Besucht und bewertet wird das tägliche (außer am Ruhetag Montag) Mittagsbuffet, aber ich werde noch ein wenig auf die restlichen Speisen auf der Karte eingehen. Dabei liegt mir nur die Karte vor, welche es zum Mitnehmen und online gibt. Es mag noch eine andere geben, aber dann darf man sich fragen, warum diese online nicht zur Verfügung gestellt wird. Daher werde ich berichten, als sei es die einzige.

Bewertung (intern)*:
Bedienung – 6/10
Essen – 5/10
Ambiente – 7/10
Sauberkeit – 8,5/10
Preis-Lesitung-Verhältnis – 4/10
Gesamt – 6,1

Was mir an der Speisekarte zuerst auffiel, war die Tatsache, dass die vegetarischen Gerichte vorangestellt wurden. Das ist in Indien üblich, da der Hinduismus die vegetarische Ernährung nahe legt. Die Auswahl vegetarischer Speisen ist auch relativ groß, für ein Restaurant in Deutschland aber noch wenig. Es finden sich daneben eine Vielzahl von konventionellen Gerichten und auch eine Auswahl Rindfleisch (hier als »Beef-Spezialitäten« bezeichnet). Eine spezielle Auswahl veganer Speisen gibt es nicht, tatsächlich findet sich nur ein einziges veganes Gericht auf der Karte; in Anbetracht der Werbung (diese bezieht sich auf das Buffet) enttäuschend. Die »Empfehlungen« und »Spezialitäten« bestehen nur aus Fleischgerichten. Zur Auswahl am Buffet später mehr.
Die Karte wirbt damit, zu jedem Gericht einen Salat und gegen Aufpreis von 1,90€ auch Brot anzubieten. Zumindest der Salat trifft jedoch nicht auf das Buffet zu. Das wäre zu verschmerzen, wenn dieses eine Auswahl an frischem Obst und Gemüse hätte, hat es aber nicht. Es gibt weder eine Salatbar, noch Nachtisch. Tatsächlich hat die gesamte Karte keinen Nachtisch zu bieten. Weiterhin seien laut Karte alle Gerichte auch zum Mitnehmen und »Essen, Chutneys und Saucen« seien nur mit »frischen Zutaten« und »im Haus selbsthergestellt«.

Nun zum Buffet selber und was es alles zu bieten hat. Was es nicht bietet wissen wir ja nun.
Es gibt frischen (ungewürzten) Reis gehobener Qualität und eine Vielzahl an Speisen. Erfreulicherweise halten sich vegane und konventionelle Auswahl ungefähr die Waage, was ich sehr erfreulich finde. Jedes Gericht hat ein Schildchen mit Namen und Beschreibung der Speise, sowie Angaben zum Schärfegrad. Ein Vermerk zeigt an, ob es sich um ein veganes Gericht handelt. Saucen gibt es in zwei Varianten: Joghurt und Süß-Sauer, Suppe als Hühner- und Gemüsesuppe, die Teller sind sogar vorgewärmt.

Geschmacklich sind die Speisen in Ordnung, aber insgesamt eher Mittelmaß. Das panierte und gebackene Gemüse mit Kartoffelspalten ist sehr schmackhaft, da die Panade ausgezeichnet gewürzt ist. Ansonsten gibt es leider keine wirklichen »Highlights«. Die Kreativität des Kochs in Bezug auf die veganen Varianten erstreckt sich leider oft nur auf Kartoffeln anstelle von Fleisch. Dabei kann gerade Tofu sehr gut von der indischen Art zu würzen profitieren und würde damit keinen Ersatz, sondern eine Alternative zu Fleisch und Käse stellen, den auch konventionelle Esser mögen könnten und durch das Buffet wären eventuell einige auf den Geschmack gekommen. Hier wurde Potenzial mit vollen Händen zum Fenster hinaus geworfen.
Der Schärfegrad ist gut und für die meisten Gaumen sicher verträglich, die Schilder geben da einen guten Richtwert. Zum Nachwürzen stehen Chiliflocken am Tisch bereit. Das ist bei einem Buffet eine gute Regelung.
Leider haben alle Speisen einen hohen Anteil Sauce. Viel mehr als man einem Currygericht zugestehen kann. Zum Teil muss man »fischen« um nicht nur die Sauce zu haben.

Das Personal ist indes freundlich. Während es zwar keine Begrüßung gab, bot man mir sofort eine kleine »Führung« zum Buffet an um die Anordnung der Schilder zu erläutern. Getränke kamen schnell und es gab keinen Engpass an Speisen. Das Personal war auch zu keiner Zeit aufdringlich und Geschirr wurde zeitnah abgeräumt.
Das Ambiente ist schlicht und stilvoll, es gefällt mir, da es eine moderne Ruhe ausstrahlt. Es gibt kaum Dekoration, weder im Gastraum, noch auf den einzelnen Tischen, was ich als positiv werte. Leider ist zum Flur des Schlosscarree hin eine lange Glasfront, welche den Gast der öffentlichen Beschau preisgibt. Im hinteren Bereich eine, wie auch immer geartete, Form von Fernsehen, seien es nun »Bollywood-Filme« oder etwas anderes. Wenn ich nicht mit dem Rücken zu dieser Seite des Restaurants gesessen hätte, wäre es sehr störend gewesen. So etwas sollte den Kneipen vorbehalten sein und nicht Einzug in die Restaurants halten.
Alles ist sauber, nur am Eingang lagern ungenutzte Gerätschaften auf einem Tisch, die im Raum für die Gäste nichts zu suchen haben, solange sie nicht benutzt werden.

Abschließend muss ich leider sagen, dass sich zumindest das Buffet in keiner Weise lohnt. Man hat für 9,90€ zwar eine reiche Auswahl, aber eben nur an durchschnittlichen Gerichten. Wirklich interessant ist es damit höchstens für Vegetarier und Veganer und solchen, die damit sympathisieren aber dennoch ein wenig Fleisch essen möchten. Ansonsten ist das Buffet nicht empfehlenswert. Zieht man in der Betrachtung noch die Lage hinzu, so kommt man fast schon zu dem Schluss, es handele sich um ein Schnellrestaurant.
Das ist wirklich sehr schade, da es zentral gelegen ist und ein insgesamt freundliches Personal hat. Es ist sauber, modern und gut gepflegt. Es fehlt im Grunde an nichts, was wirklich kritisch wäre. Außer eben an kreativen und überraschend guten neuen Ideen im Bezug auf den Geschmack. Warum keine Tofuvariationen? Warum muss (fast) alles in einer Sauce ertrinken? Warum kein Salat? Warum keines von den vielen köstlichen Desserts aus Indien? Hier muss das Punjabi noch deutlich nach- und aufholen.

Diese Kritik wurde ebenfalls auf Restaurant-Kritik.de veröffentlicht: http://www.restaurant-kritik.de/bewertungen/319175
(Ich bin nicht verantwortlich für alle Inhalte von Restaurant-Kritik.de und kann keine Haftung für diese übernehmen. Mir sind zum Zeitpungt der Verlinkung (10.11.2013; 05:00 Uhr) keine rechtswidrigen Inhalte bekannnt. Sollten mir nachträglich solche Inhalte bekannt werden, so wird der Link entfernt.)

*Da Restaurant-Kritik.de nur eine sehr unzureichende Bewertungsmöglichkeit zu Grunde legt habe ich mich entschlossen meine interne Bewertung hier mit aufzuführen.

Restaurantkritik: Badsha in Braunschweig

Bei dieser Kritik muss ich mich ordentlich zusammenreißen um nicht die neue (das heißt mir unbekannte) Form des Bewertungsbogens in Grund und Boden zu reden. Was hat sich RK bei diesem Murks gedacht?

Ganz und gar kein Murks ist dagegen das Badsha in Braunschweig. Ein unscheinbares Restaurant mitten im Magniviertel.
Beim Betreten fällt zunächst die Einrichtung auf, welche vornehmlich in Erdtönen gehalten ist. Einige Hinweise auf die indische Nationalität der Einrichtung lassen sich finden, die meisten gehen jedoch dezent unter, was für mich ein positiver Aspekt ist, da das Restaurant so nicht überladen wirkt. Dies kommt dem Gebäudeschnitt entgegen, der sehr breit statt tief ist.
Zwar fehlt der Einrichtung ein modernerer Anstrich aber dies macht die freundliche Bedienung mehr als wett. Der Ober ist ein Original. Ein Inder dem Aussehen nach und – ohne in Klischees verfallen zu wollen – mit eben solcher Mentalität: freundlich und gelassen. Sehr angenehm. Doch ist man im Badsha nicht von gestern; aber dazu komme ich noch.
Die erste kleine Enttäuschung: die Karte ist riesig. Wer nicht ungefähr weiß was er möchte wird erschlagen mit den unterschiedlichsten und zweifellos wundervollsten Gerichten der indischen Küche. Für mich ist es einfach: ich blättere vor bis zu der vegetarischen Karte. Diese ist wie erwartet umfangreicher als in vielen anderen Restaurants. Der Hinduismus legt die vegetarische Ernährung nahe. Doch wer Fleisch und Fisch möchte wird ganz sicher nicht enttäuscht. Wer nur eine vage Vorstellung von der indischen Küche hat, sollte jedoch um eine Empfehlung bitten, ich bin sicher der Ober kann hier hilfreich zur Seite stehen. Die Karte dürfte und könnte locker um die Hälfte reduziert werden.
Die Getränke werden in angenehmer Zeit gebracht und die Bestellung wird aufgenommen. Wie bereits erwähnt ist das Badsha nicht von gestern. Ich ernähre mich seit einiger Zeit vegan, dies war gar kein Problem. In der Tat war keinerlei Erklärung notwendig. Dies ist beileibe nicht immer so, sehr viele Gastwirte wissen nach wie vor nicht was die vegane Ernährung ist.

Es dauert nicht lange und der Gast wird mit einer Vorspeise ausgestattet. Das Brot aus Bohnenmehl ist knusprig und würzig, für manche vielleicht etwas scharf, mir schmeckt es jedoch. Dazu gibt es dreierlei Dips: ein Mango-Chutney; eine mir unbekannte Sauce, die an BBQ-Sauce erinnert und eine, die offensichtlich auf Basis von Joghurt ist. Der Ober erklärt mir unaufgefordert, dass alles vegan sei, bis eben auf die Joghurt-Sauce. Sehr zuvorkommend. Bald darauf folgt ein kleiner Teller Krautsalat. Wer den zubereitet hat versteht sein Geschäft. Bitter ist er keineswegs, süßlich/säuerlich sehr wohl. Nach den Vorspeisen folgt bald der Hauptgang. Für alle Gäste zusammen steht eine große Schale dezent gewürzter Reis auf dem Tisch, sowie ein Korb mit Naan. Der Reis ist locker und duftet herrlich. Die Hauptspeisen selbst werden in dekorativen kleinen Metallschalen geliefert, welche auf einem Gestell für ein Teelicht stehen. Der Auflauf hingegen in der Auflaufschale. Die Menge ist ideal.
Vom Geschmack her vermutlich an den westlichen Gaumen angepasst, aber auch für Kenner der indischen Küche durchaus sehr angenehm. Würzig, leicht scharf und sehr schmackhaft. Das Gemüse war auf den Punkt bissfest gegart mit hervorragendem Geschmack. Auch das Fleisch meiner Begleiter war ihren Angaben nach gut zubereitet und schmackhaft.
Auf der Karte sind übrigens eine Reihe Gerichte als »scharf« gekennzeichnet, sehr empfindliche Menschen dürften jedoch auch bei den regulären Gerichten leicht ins Schwitzen kommen. Insgesamt ist der Koch hier durchaus zu loben, man erhält einen guten Eindruck von der indischen Küche und Liebhaber von Currygerichten kommen auf ihre Kosten.

Etwas unangenehm fallen die Toiletten auf. Diese sind zwar sauber, jedoch in die Jahre gekommen. Die blaue Keramik wirkt alt, die Wände nicht sehr gepflegt. Hier besteht Handlungsbedarf, eine Renovierung wäre dringend zu empfehlen.

Insgesamt bin ich durchaus zufrieden mit dem Badsha. Es gehört nicht zur Spitzenklasse und das merkt man auch, aber es ist durchaus ein Restaurant das wieder einen Besuch wert ist. Das Preis-Leistungsverhältnis ist angemessen, gerade in Bezug auf die Qualität der Speisen und den Umfang der Vorspeisen, sowie Beilagen.
Zum Abschied gibt es noch einen Digestif mit einer kleinen Süßigkeit bestehend unter anderem aus Kandis und zahlreichen Gewürzen. Nach Empfehlung des Obers verzehrt ist dies eine Geschmacksexplosion im Mund und ein finaler Abschied. Mit dem Wunsch auf ein schönes Wochenende verlassen wir das Badsha.

Abschließende Gedanken: Der Gast erlebt hier keine fantastische Reise nach Indien und er wird enttäuscht, wenn er sich diese erhofft. Das Badsha ist jedoch eine gute Adresse um schmackhaftes und durchaus gutes indisches Essen zu genießen und auch ein Tipp für die Mittagspause. Die vegane Ernährung ist dem Ober bekannt und stellt – wie auch andere Sonderwünsche – keinerlei Problem dar. Ich komme gerne wieder.

Diese Kritik wurde ebenfalls auf Restaurant-Kritik.de veröffentlicht: http://www.restaurant-kritik.de/bewertungen/312263
(Ich bin nicht verantwortlich für alle Inhalte von Restaurant-Kritik.de und kann keine Haftung für diese übernehmen. Mir sind zum Zeitpungt der Verlinkung (10.11.2013; 05:00 Uhr) keine rechtswidrigen Inhalte bekannnt. Sollten mir nachträglich solche Inhalte bekannt werden, so wird der Link entfernt.)

Dolomiti – Vegane Eiscreme in Gifhorn

Zu Gifhorn habe ich eine ganz besondere Beziehung. Was man in Brauchschweig nicht bekommt, das gibt es fast garantiert in Gifhorn. Meine Oma beispielsweise, die gibt es in Braunschweig nicht, nur in Gifhorn. =D
Daher bin ich natürlich hin und wieder dort. Auch meine Küchenmesser habe ich dort gekauft, denn ein Messerfachhandel sucht man in Braunschweig vergebens. Und jetzt fahre ich auch noch nach Gifhorn, um Eis zu essen? Unfassbar, aber wahr: Heute war ich wieder bei meiner Oma und nach dem Großeinkauf sollte es dann ins Eiscafé Dolomiti gehen, direkt an der Fußgängerzone gelegen. Ich war da erst einmal, meine Oma ist dort jedoch regelmäßig.
Ohne große Hoffnung fragte ich dennoch nach veganer Eiscreme. Zu meiner großen Überraschung und Freude zählte der gute Mann plötzlich Soja-Vanille, Soja-Schokolade und noch weitere Fruchteissorten auf, welche milchfrei seien. Unfassbar! Für mich zumindest, denn in einer kleinen Stadt wie Gifhorn hatte ich damit nicht gerechnet. Man bedenke: Braunschweig ist knapp eine Großstadt und eines der bekanntesten Eiscafés mit inzwischen zwei (?) Filialen und einem (?) kleinem Stand in Braunschweig – nämlich das Eiscafé Tiziano – hatte im Mai diesen Jahres noch keine vegane Eiscreme. Ein vergleichsweise kleines Eiscafé im beschaulichen Gifhorn dagegen führt gleich zwei Sojasorten und veganes Fruchteis. Und an der Tür (die ich beim Reingehen nicht beachtete) prangt sogar ein Schild: „Für Veganer […]“. Braunschweig hat ca. 201.000 Einwohner mehr als Braunschweig und doch beweist mir Gifhorn immer wieder aufs Neue, dass in ihm weit mehr Weltstadt steckt als in Braunschweig.

Vegane Soja-Vanilleeiscreme in Gifhorn.
Vegane Soja-Vanille-Eiscreme in Gifhorn.
Und gar nicht mal teuer: 0,70€/Kugel ist imo fair. Und geschmacklich habe ich nichts auszusetzen. (Dem Keks habe ich indes nicht über den Weg getraut. :-P)

Also ehrlich Braunschweich! da besteht noch Nachholbedarf! Oder kenne ich einfach nicht die richtigen Eiscafés? – Immerhin: Die Eisdiele hier gleich nebenan hat schon angekündigt, zumindest darüber nachzudenken, Sojaeis ins Programm zu nehmen. Wir werden sehen, was da noch kommt. Die Anzahl Veganer in Braunschweig, gerade in der jungen Bevölkerung, ist meiner Einschätzung nach steigend. Es besteht also noch Hoffnung, dass sich auch das Angebot in Zukunft etwas anpassen wird. Und darum der Aufruf an alle: Nachfragen! Denn ohne Nachfrage ändert sich auch das Angebot nicht. Wir sind nicht wie die Konventionellen: Wenn bei denen ein Markt nicht besteht, so wird er geschaffen. Das funktioniert aber bei Veganern nicht, denn wir denken vermutlich stärker darüber nach was wir essen, als die meisten anderen.